E-Bike und Integration: Mehr Servus als "Krone"

27. April 2015, 21:39
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Neuer Vorabend im Hause Mateschitz’ – Sender erwog, auch andere Blätter zu grüßen

Salzburg/Wien – Dialoge wie einst bei "Willkommen Österreich" im ORF-Vorabend, mit Reinhard Jesionek, ohne Elisabeth Engstler. Beiträge, so bunt gemixt wie ganz Servus TV und ferner der Nachrichtenaktualität als manche Bild- und Bezirksgeschichte in der Krone. Montag startete das tägliche Vorabendmagazin Servus Krone.

Servus, STANDARD

Ein E-Bike aus Wien – ein "Kassenschlager", der erst ab Juli ausgeliefert wird; Schlager womöglich also bei Vorbestellungen oder im Crowdfunding. Schneeräumung der Glockner-Hochalpenstraße, Fahrradbörse in Salzburg, Wölfe auf dem Laufband, Kitesurf-Plausch ("Podersdorf ist extrem geil") bei Föhnsturm und Brutalgegenlicht, Kärntner Flüchtlingsintegration, im Weitensfelder Gasthof Bärenwirt von Elisabeth Steiner, STANDARD-Lesern als langjährige Journalistin dieser Zeitung bekannt.

Servus Krone ist der TV-Teil einer großen Kooperation von Kleinformat und Dietrich Mateschitz erstem Fernsehsender. Die "Krone" bringt ein Herzstück der Kooperation seit Jahresbeginn täglich: eine Seite oder ein Großteil davon sind für TV-Programm und Tipps von und für Servus TV reserviert. Eine Seite kostet in der Krone laut Tarifliste (ohne Platzierungszuschlag) 32.000 bis 34.000 Euro, eine Jahresbuchung würde da (ohne erwartbare Rabatte) in die zweistelligen Millionen reichen – auch ohne die komplette Titelseite der "Krone" am Montag zum Start.

Die "Krone" dürfte es hier weit günstiger geben: Das gesamte Projekt Servus Krone wird intern mit rund sieben Millionen Euro für Servus taxiert.

Videos für krone.at

Laut Media-Analyse lesen 2,85 Millionen Menschen täglich die "Krone". Für Servus Krone auf Servus mit Themen aus den Krone-Regionalredaktionen rechnet man intern mit rund 20.000 Zuschauern täglich. Die "Krone" bekommt auch Videos für krone.at.

Nun pflegen Dietrich Mateschitz und sein Red Bull Media House traditionell intensivere Kontakte mit "Krone"-Gegenspielern wie "Kleine", "Salzburger Nachrichten" und "Tiroler Tageszeitung", denen auch Mateschitz’ "Red Bulletin" beiliegt.

Deren Chefredakteuren soll Servus TV auch eine Sendung avisiert haben: eine Diskussionsrunde der Blattmacher, wie einst im ORF, direkt gegen die Pressestunde am Sonntagvormittag platziert. Die Idee des neuen Krone-Partnersenders stößt bei mehreren Chefredakteuren auf Skepsis. Mario Zenhäusern (Tiroler Tageszeitung) etwa hat von solchen Überlegungen gehört, aber bisher kein solches Angebot. Was hielte er davon? "Nichts."

"Derzeit nichts"

Das passt gut – Servus TV ließ auf STANDARD-Anfrage am Montag wissen, man arbeite "natürlich permanent an neuen Themen", allein dazu sei "derzeit nichts geplant."

Dabei gilt es freilich zu bedenken: Ein Servus-Manager erklärte noch vor zehn Tagen, vom STANDARD darauf angesprochen, er wisse nicht, wann Servus Krone startet. (fid, DER STANDARD, 28.4.2015)

  • "Krone"-Servus-TV: Claudia Maxones, Reinhard Jesionek, Denise Neher, Philipp Mc Allister präsentieren das neue Regionalformat.
    foto: servus tv

    "Krone"-Servus-TV: Claudia Maxones, Reinhard Jesionek, Denise Neher, Philipp Mc Allister präsentieren das neue Regionalformat.

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