Steuerbußgelder 2014 mehr als verdoppelt

27. April 2015, 16:59
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Für reuige Steuersünder, die sich selbst anzeigen, ist es schwieriger geworden, ungeschoren davonzukommen

Wien - Im Jahr 2014 flossen 131,7 Mio. Euro an Strafzahlungen von Steuersündern an den österreichischen Staat. Die Summe umfasst die von Verwaltungsbehörden und Gerichten verhängten Strafen. Sie war mehr als doppelt so hoch wie 2013 mit 58,35 Mio. Euro. Dabei ist die Zahl der mit Bestrafung oder Verwarnung abgeschlossenen Fälle gesunken - von 9458 auf 9009. Das geht aus einer Anfragebeantwortung des Finanzministers auf eine Anfrage der SPÖ-Abgeordneten Walter Schopf und Dietmar Keck hervor, die sich nach den Strafen gemäß Finanzstrafgesetz erkundigt hatten. 1077 Fälle wurden 2014 eingestellt.

Finanzstrafrecht verschärft

Für reuige Steuersünder, die sich selbst anzeigen, ist es schwieriger geworden, ungeschoren davonzukommen. Im Oktober 2014 hat Österreich das Finanzstrafrecht verschärft, im Vorfeld waren "Vorzieh"-Selbstanzeigen erwartet worden. Die Zahl der Selbstanzeigen belief sich 2014 auf 14.005 - davon waren 13.676 strafbefreiend. Drei Jahre vorher lag die Zahl der Selbstanzeigen bei knapp der Hälfte. Im Jahr 2013 war die Zahl der Selbstanzeigen wegen der Steuerabkommen mit der Schweiz und Liechtenstein sprunghaft angestiegen.

Die eingehobenen Strafen wegen Abgabenverkürzungen waren in den Jahren zuvor stetig gesunken: 2005 etwa waren 179,5 Millionen Euro kassiert worden, im Jahr 2010 dann 140,5 Millionen. 2011 lag die Summe unter der 100-Millionen-Marke, bei 83,9 Mio. Euro und 2012 bei 70 Mio. Euro.

In Finanzstrafverfahren sind bei vorsätzlicher Abgabenhinterziehung in Höhe von mehr als 100.000 Euro die Gerichte zuständig, bei Beträgen unter 100.000 Euro laufen die Verfahren vor den Finanzstrafbehörden. (APA, DER STANDARD, 28.4.2015)

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