Mehr als die Hälfte der Landbevölkerung ohne medizinische Versorgung

27. April 2015, 15:45
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56 Prozent der weltweiten Landbevölkerung müssen ohne ohne medizinische Basisversorgung auskommen - am schlimmsten ist die Lage in Afrika

Mehr als die Hälfte der Einwohner ländlicher Gebiete weltweit sind nach UNO-Angaben ohne medizinische Grundversorgung. Selbst in den reichen Staaten gebe es einen deutlichen Unterschied zwischen der Land- und der Stadtbevölkerung, kritisierte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Montag in ihrem ersten Bericht zum Zustand der Gesundheitsfürsorge in 174 Staaten.

Probleme in Afrika

Demnach müssen 56 Prozent der Einwohner ländlicher Regionen weltweit ohne medizinische Basisversorgung auskommen, in Klein- und Großstädten dagegen sind es nur 22 Prozent. Besonders kritisch ist laut ILO die Lage in den ländlichen Gebieten Afrikas, dort seien 83 Prozent der Menschen im Krankheitsfall auf sich allein gestellt. Doch auch in einigen Staaten Europas wie Italien, Griechenland, Andorra und Zypern sei die Schere zwischen Landbevölkerung und Städtern deutlich zu spüren.

Studienautorin Xelia Scheil-Adlung bezeichnete das Ergebnis als "empörend". Der Wohnort entscheide, ob jemand medizinisch versorgt werde oder nicht. Um den Zustand auf dem Land zu verbessern, sind dem Bericht zufolge weltweit mindestens sieben Millionen zusätzliche Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen nötig.

Änderungen nötig

Als Grund für die Unterversorgung nannte Scheil-Adlung unter anderem die Vernachlässigung der ländlichen Gebiete sowie Investitionen in städtische "Prestigeprojekte". Verbessern lasse sich die Lage nur durch eine umfassende Gesundheitspolitik der Regierungen, die niemanden ausschließe.

Die Länder dürften nicht mehr länger auf Hilfsorganisationen setzen, um die Defizite in der Gesundheitsversorgung aufzufangen, sagte Scheil-Adlung: Niemand sollte "auf Bill Gates warten müssen, dass er vorbeikommt und Geld gibt". (APA, derStandard.at, 27.4.2015)


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