Christo will Touristen über Wasser des Iseosees wandeln lassen

Ansichtssache27. April 2015, 13:46
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Der Künstler Christo will einen gigantischen Steg aus Stoff über den Iseosee in Norditalien legen. Schwimmende Stege sollen das Festland mit zwei Inseln im lombardischen See verbinden.

foto: christo/andré grossmann

Kunstinteressierte werden dank der Installation übers Wasser wandeln können. Die schwimmenden Stege sind 16 Meter breit und gut drei Kilometer lang und werden das Festland mit zwei Inseln im See verbinden, erläuterte der Künstler.

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foto: christo/andré grossmann

70.000 Quadratmeter Hightech-Stoff in Gelb-Orange werden den See temporär verfremden und zu Erkundungen aus ungewöhnlicher Perspektive einladen. "Man wird die Wellen unter den Füßen spüren", sagte der bald 80-jährige bulgarisch-amerikanische Künstler.

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foto: christo/andré grossmann

Auch von den umgebenden Bergstraßen aus wird die begehbare Kunst-Installation mit dem Titel "The floating piers" im See zu sehen sein. 16 Tage im Juni 2016 stehen dafür zur Verfügung.


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foto: christo/andré grossmann

Die Installation wird Tag und Nacht von allen Seiten und Punkten aus zugänglich sein, ihre Begehung ist gratis. Die Stoffstege bestehen aus dicht gewobenem Nylon, getragen von 20.000 miteinander verbundenen Kanistern. Eine große Rolle bei dem Kunstprojekt spielen Freiwillige, erklärte Christo. Sie werden beim Anbringen der gigantischen Stoffbahn im See helfen. Der Künstler plant, die Freiwilligen in ganz Europa zu rekrutieren und vor Ort einzuweisen.

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foto: christo/andré grossmann

Der Iseosee mit Sulzano im Vordergrund, links die Insel San Paolo.

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foto: wolfgang volz

Die Insel Monte Isola in der Mitte.

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foto: wolfgang volz

Die Stadt Peschiera Maraglio auf der Insel Monte Isola.

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foto: christo/wolfgang volz

Christo (hinten) bei einem Lokalaugenschein auf dem See.

Er und seine 2009 gestorbene Frau Jeanne-Claude erlangten unter anderem durch ihre spektakuläre Verhüllung des Berliner Reichstags 1995 Bekanntheit. Auch eine der berühmtesten Seine-Brücken, den Pont Neuf in Paris, ließen sie kunstvoll unter Stoffbahnen verschwinden.

Den New Yorker Central Park schmückten sie für ein Kunstprojekt mit tausenden safrangelben Fahnen, sie umhüllten Inseln vor der Küste von Florida mit bunter Folie und stellten hunderte bunte Schirme in Japan und in Colorado auf. (APA, red, derStandard.at, 27.4.2015)

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