Salzburger Maco streicht 170 Jobs

27. April 2015, 13:00
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Konkurrenz durch Billiglohnländer und Einbußen wegen schlechter Auftragslage in einigen Ländern

Salzburg/Wien - Vor einem Monat erhielt Ernst Mayer für seine Verdienste um Salzburg das Stadtsiegel in Gold. Gestern, Montag, gab es für den Chef und Eigentümer des Beschlägeherstellers Maco abseits des Schlosses Mirabell wenig Anlass zum Feiern. Sein Familienbetrieb leidet massiv unter der anhaltenden Wirtschaftskrise. International brechen die Aufträge ein - Maco reagiert mit Jobabbau.

Das Familieunternehmen zählt in Werken in Salzburg, Mauterndorf in Lungau und Trieben im Bezirk Liezen 1670 Mitarbeiter. Voraussichtlich bis zu 170 Beschäftigte müssen nun gehen.

Noch liquide

Maco arbeite als Ganzes immer noch profitabel und sei auch ohne Banken liquide, sagte Mayer. Aber die Auslastung in den Hauptwerken sei schlecht. Überkapazitäten belasteten die Branche, Billigware aus Fernost und der Türkei überschwemmten den Markt, und in Ländern wie der Ukraine herrsche wirtschaftlicher Stillstand. Er habe eine derartige Talsohle bisher noch nicht erlebt, sagte Mayer, der den Konzern seit 1971 führt.

Er hatte Maco als damals 28-Jähriger mit 170 Leuten übernommen - heute zählt der Beschlägeproduzent in 40 Ländern 2300 Beschäftigte. Abbau von Jobs werde es auch international geben. In Österreich sei man bemüht, die verbleibende Kapazität zu erhalten.

Maco beschäftigt allein in Trieben gut 900 Leute. Die Region in der Obersteiermark ist wirtschaftlich strukturschwach. Auch andere Betriebe haben hier erst kürzlich Mitarbeiter freigesetzt. Rundum sei die Auftragslage nicht rosig, die Möglichkeiten anderer Firmen, betroffene Maco-Mitarbeiter aufzunehmen, seien nahezu ausgereizt, erzählt Bürgermeister Helmut Schöttl dem STANDARD. Er hofft auf Hilfe aus der Politik.

Jobabbau quer durchs Land

Maco ist einer von vielen Industriebetrieben, die derzeit massiv Stellen streichen. Erst vergangene Woche meldete Büromöbelerzeuger Bene 127 Mitarbeiter zur Kündigung an. Der Wäschekonzern Triumph trennt sich von 170 Mitarbeitern in Wiener Neustadt. In Oberwart gehen 210 Arbeitsplätze verloren, betroffen sind vor allem Frauen. Faserhersteller Lenzing baut in Österreich heuer 250 Jobs ab. Der Papierkonzern Voith hat im Februar angekündigt, sein Werk in St. Pölten zu schließen: 150 Jobs fallen weg, Teile der Produktion wandern nach Asien. (vk, DER STANDARD, 28.4.2015)

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