Deutsche Bank will 200 Filialen zusperren

27. April 2015, 09:00
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Die Deutsche Bank geht bis 2020 auf Schrumpfkur, 200 Filialen sollen geschlossen werden, der Umbau kostet über drei Milliarden

Frankfurt - Die neue Strategie der Deutschen Bank heißt Schrumpfen und Sparen. Die Tochter Postbank soll bis Ende 2016 an die Börse gebracht, das verbleibende "blaue" Filialnetz massiv ausgedünnt und die Investmentbank abgespeckt werden. Die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen lassen sich den Konzernumbau bis 2020 etwa 3,7 Milliarden Euro kosten. Das Renditeziel schraubten sie herunter. Deutschlands größtes Geldhaus bleibe eine Universalbank, betonten sie am Montag. "Wir bleiben global, aber fokussieren uns geografisch; und wir bleiben universal, aber vermeiden, alles für jeden sein zu wollen."

Die Entscheidung über die neue Strategie war mit Spannung erwartet worden. Das Institut ächzt unter immer höheren Regulierungskosten, die im Branchenvergleich mageren Gewinne reichen den Investoren nicht mehr. Viele hatten deshalb auf den großen Wurf gehofft - eine Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts, womit sich das Geldhaus in eine Filialbank und eine Investmentbank zerlegt hätte. Doch der Aufsichtsrat hatte sich am späten Freitagabend für die "kleine" Lösung entschieden - nur die Postbank wird verkauft.

200 Filialen sollen schließen

Von den restlichen rund 700 "blauen" Filialen der Deutschen Bank auf dem Heimatmarkt sollen nun bis zum Jahr 2017 bis zu 200 Niederlassungen geschlossen werden, wie die Bank ankündigte. Sie bestätigte damit Reuters-Informationen aus Finanzkreisen. Aus sieben bis zehn Ländern will sich die Bank ganz oder teilweise zurückziehen. Die Präsenz in fünf weiteren europäischen Märkten soll erhalten bleiben. Die Investmentbank soll sich noch stärker aus margenarmen Geschäftsfeldern zurückziehen, die Bilanz der Sparte soll um etwa 200 Milliarden Euro reduziert werden. Der Rohstoffhandel und bestimmte Derivategeschäfte werden aufgegeben. Zum Thema Stellenabbau hielt sich das Institut weiter bedeckt.

Mit der "Strategie 2020" erhoffen sich Jain und Fitschen zusätzlich zum laufenden Sparprogramm jährliche Kosteneinsparungen von 3,5 Milliarden Euro. Den Anlegern versprachen sie, künftig mindestens 50 Prozent in Form von Dividenden und möglicherweise Aktienrückkäufen auszuschütten. Börsianer nahmen die Nachrichten positiv auf. Die Deutsche-Bank-Aktie notierte vorbörslich 2,6 Prozent im Plus.

Das Führungsduo der Deutschen Bank kassierte das bisherige Renditeziel: Angepeilt werden jetzt nur noch mehr als zehn Prozent nach Steuern, bislang waren es zwölf Prozent - diese Marke wurde aber nie erreicht. (Reuters, 27.4.2015)

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