Parlamentswahl in Benin

26. April 2015, 16:53
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Wahl gilt als Stimmungstest für Präsident Boni Yayi

Porto-Novo - In einem als Stimmungstest für Präsident Thomas Boni Yayi geltenden Urnengang haben die Bürger im westafrikanischen Benin am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Rund 4,4 Millionen Stimmberechtigte in dem zehn Millionen Einwohner zählenden Land sollten über 83 Abgeordnete bestimmen.

Die Wahllokale sollten am frühen Morgen öffnen, allerdings gab es vielerorts Verspätungen. Weil es schon bei der Ausgabe der Wählerausweise Probleme gab, hatte es in der Öffentlichkeit bereits im Vorfeld Befürchtungen von Wahlfälschung gegeben.

Streit um Verfassungsänderung

Die Wahl war geprägt von einem Streit über umstrittene Pläne des Präsidenten, die Verfassung zu ändern. Während Boni Yayi versichert, mit den Änderungen das Justizsystem stärken zu wollen, wirft ihm die Opposition vor, die auf zwei Amtszeiten begrenzte Präsidentschaft ausweiten zu wollen, um im kommenden Jahr wieder antreten zu können.

Zwar gilt Benin im Vergleich zu anderen westafrikanischen Staaten als relativ stabile Demokratie, Experten zufolge gibt es in der Politik aber noch strukturelle Defizite. Im Wahlkampf etwa wechseln Abgeordnete häufig die Seiten, wenn sie glauben, so ihre Wiederwahl zu sichern. Die Opposition ist mit mehr als 20 Parteien äußerst zersplittert, und die Bevölkerung hat sich für die Wahl kaum begeistern können. (APA, 26.4.2015)

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