Burundi: Präsident will dritte Amtszeit

25. April 2015, 14:19
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Internationale Gemeinschaft hatte seit Monaten an Nkurunziza appelliert, keine Wiederwahl anzustreben

Bujumbura - Mit seiner Bewerbung um eine dritte Amtszeit gefährdet Burundis Präsident Pierre Nkurunziza den inneren Frieden. Nkurunziza wurde am Samstag von der Regierungspartei zum Kandidaten für die Wahl am 26. Juni gekürt. Die Opposition sieht eine weitere Amtszeit als verfassungswidrig an. Zudem verstoße sie gegen ein Abkommen, das seit Ende des Bürgerkriegs in dem ostafrikanischen Land vor gut einem Jahrzehnt den Frieden gewährleistet hat.

Die internationale Gemeinschaft hatte seit Monaten an Nkurunziza appelliert, keine Wiederwahl anzustreben, um den brüchigen Frieden nicht zu gefährden. Das kleine Land mit rund zehn Millionen Einwohnern ist über Jahrzehnte immer wieder von Gewalt zwischen der ethnischen Mehrheitsgruppe der Hutu und der Minderheit der Tutsi erschüttert worden.

Bereits mehr als 12.000 Menschen sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks in den vergangenen Wochen aus Angst vor Ausschreitungen bei der Wahl über die Grenze nach Ruanda geflohen. Das UNHCR befürchtet eine starke Zunahme der Fluchtbewegung. Burundi gehört einem umfassenden UN-Entwicklungsindex zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. (APA, 25.4.2015)

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