Deutschland: Neuer Bundestrojaner im Herbst einsatzbereit

25. April 2015, 08:34
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In Österreich kam derartige Software offiziell erst einmal zum Einsatz

Der Präsident des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, hat angekündigt, dass eine von seiner Behörde entwickelte Software zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung, der sogenannte Bundestrojaner, im Herbst einsatzbereit sein soll. "Wir entwickeln ein Instrument, mit dem wir – nach richterlicher Genehmigung – an den Computer des mutmaßlichen Täters gehen, bevor er seine Kommunikation verschlüsselt", sagte Münch dem Spiegel.

Dienstleistungen

Laut Münch nutzen Täter häufig Techniken zur Verschleierung ihrer Identität oder Verschlüsselung der Kommunikation. Das BKA wolle auch in diesem Bereich verstärkt forschen und entsprechende Dienstleistungen den Ländern gegebenenfalls gegen Entgelt zur Verfügung stellen. Im Bereich sogenannter Massendelikte sieht Münch Banden am Werk, "zunehmend auch organisierte Strukturen, die gibt es bei Wohnungseinbrüchen ebenso wie bei Ladendiebstählen, wo gezielt hochwertige Güter gestohlen werden.

Bundestrojaner in Österreich

In Österreich kam eine derartige Überwachungssoftware offiziell erst einmal zum Einsatz, gegen einen Islamisten. Im sogenannten Tierschützerprozess wurde öffentlich, dass die Ermittler ebenfalls ein Trojanerprogramm einsetzen wollten, um die Aktivisten zu beobachten. Die Software kam allerdings doch nicht zum Einsatz. (red, 25.4. 2015)

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Spiegel

  • Das Trojanische Pferd - Namensgeber der Überwachungssoftware.
    foto: ap

    Das Trojanische Pferd - Namensgeber der Überwachungssoftware.

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