Moskau: Mordanklage gegen inhaftierte ukrainische Pilotin

24. April 2015, 20:26
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Sawtschenko kämpfte für rechtsextremes Bataillon und soll Schuld am Tod zweier Journalisten sein

Moskau - Die ukrainische Hubschrauberpilotin Nadja Sawtschenko ist nach neun Monaten Haft in Russland offiziell wegen Mordes angeklagt worden. Wie das russische Ermittlungskomitee am Freitag bekanntgab, soll Sawtschenko für einen Angriff mit Granatwerfern verantwortlich sein, durch den vergangenen Sommer zwei russische Journalisten im Osten der Ukraine getötet wurden.

Die Pilotin soll zudem illegal auf russisches Territorium vorgedrungen sein. Der Vorwurf des Mordes wird durch "Motive des politischen Hasses" noch erschwert, hieß es in der Mitteilung der Ermittler. "Nachdem sie die Koordinaten einer Gruppe russischer Journalisten ermittelt hatte, teilte sie diese der ukrainischen Armee mit." Diese hätten daraufhin auf exakt diese Position im von Rebellen kontrollierten Gebiet Granaten abgefeuert und die beiden TV-Journalisten Igor Korneljuk und Anton Woloschin getötet, teilten die Ermittler mit.

Sawtschenko kämpfte im rechtsextremen Bataillon Ajdar an der Seite der ukrainischen Armee gegen die Aufständischen in der Ostukraine.

"Unwiderlegbare Beweise"

Die Ermittler wollen über "unwiderlegbare Beweise" für die Schuld der 33-Jährigen verfügen, darunter beispielsweise Granatsplitter, Satellitenbilder und persönliche Aufzeichnungen Sawtschenkos, die ihre Beteiligung bestätigten. Russland beharrte zudem darauf, dass die Pilotin auf russischem Territorium aufgegriffen wurde. Aus der Ukraine hieß es hingegen, Sawtschenko sei von Separatisten in der Ukraine gefangen genommen und dann nach Russland verschleppt worden.

Sawtschenkos Anwalt Mark Feigin wiederholte am Freitag, seine Mandantin sei unschuldig in Haft. Die Frau war in einen Hungerstreik getreten, um gegen ihre Inhaftierung zu protestieren. Sowohl der ukrainische Präsident Petro Poroschenko als auch die Europäische Union (EU) sowie Menschenrechtsorganisationen forderten ihre Freilassung. (red, APA, 24.4.2015)

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