Finanzminister plant ohne Handwerkerbonus

29. April 2015, 05:30
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Maßnahme gegen Pfusch in neuem Finanzrahmen nicht mehr enthalten

Wien - Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) plant ab dem Jahr 2016 ohne den Handwerkerbonus. Im aktuellen Finanzrahmen bis 2019, der vergangene Woche vom Ministerrat beschlossen wurde, ist das finanzielle Goodie nicht mehr vorgesehen.

Eingeführt wurde die steuerliche Maßnahme, die ein Anreiz zur legalen Auftragsvergabe sein soll, im Juli 2014. Für das erste Halbjahr stellte das Finanzministerium zehn Millionen Euro zur Verfügung, für 2015 dann 20 Millionen.

Maximal 600 Euro

Privatpersonen können dabei eine Förderung von maximal 600 Euro beantragen, wenn sie Rechnungen für die Renovierung, Erhaltung oder Modernisierung ihres Hauses oder ihrer Wohnung vorlegen. Erstattet werden von der Finanz 20 Prozent der Handwerkerkosten.

Im ersten Jahr wurde das Fördervolumen bereits vorzeitig ausgeschöpft. Schelling gab im November 2014 bekannt, dass bereits die Mittel für 2015 beantragt werden können. Es ist daher davon auszugehen, dass die Gelder für dieses Jahr bereits vor dem Jahresende ausgeschöpft sein werden.

Kritiker des Handwerkerbonus hatten stets eingewendet, die Maßnahme werde nicht zu einer Legalisierung führen. Nicht zuletzt deshalb, weil der Unterschied zwischen regulären und Schwarz-Aufträgen in aller Regel mehr als 20 Prozent ausmache. Daher würden vor allem jene Belege einreichen, die ohnehin korrekt abrechnen.

Leitl hofft noch

Auch wenn der Bonus im neuen Finanzrahmen nicht mehr vorgesehen ist, gibt Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl die Hoffnung nicht auf. Es sei vereinbart worden, zuerst eine Evaluierung abzuwarten. "Davon hängt ab, ob er fortgesetzt wird." Er sei "sehr zuversichtlich", dass die Bewertung positiv ausfalle und im Herbst doch wieder Mittel für den Handwerkerbonus bereitgestellt werden, sagte Leitl zum STANDARD. (Günther Oswald, derStandard.at, 29.4.2015)

  • 20 Prozent der Renovierungskosten kann man sich beim Handwerkerbonus von der Finanz zurückholen.
    foto: apa/dpa/julian stratenschulte

    20 Prozent der Renovierungskosten kann man sich beim Handwerkerbonus von der Finanz zurückholen.

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