Schlafapnoe könnte Wachstum von Krebs begünstigen

24. April 2015, 13:16
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Tierversuche weisen auf Gefahr hin - Risiko könnte drei bis vier mal so hoch sein

Nächtliche Atemstillstände - sogenannte Schlafapnoe - können das Wachstum von Krebszellen begünstigen. "Es ist Spekulation, da noch keine Menschenversuche vorliegen, aber eine Krebsinzidenz ist vorhanden", erklärte Primar Josef Bolitschek von der pneumologischen Abteilung am Krankenhaus der Elisabethinen in Linz bei einer Pressekonferenz. Das Risiko sei drei- bis viermal so hoch.

Stimulation durch Sauerstoffmangel

Aktuell liegen nur die Ergebnisse von Versuchen mit Mäusen vor. "Der wiederholte kurzfristige Sauerstoffmangel führte bei den Tieren dazu, dass sich die Krebszellen schneller vermehrten." Wie es zu diesem Phänomen kommen kann, erklärte der Mediziner so: "Bei zu wenig Sauerstoff kommt es zu einer Kaskade an Gegenmechanismen im Körper."

Diese angeborenen Reaktionen bewirken Gutes, können sich aber auch ins Negative verqueren. Tumorzellen würden durch den Sauerstoffmangel stimuliert werden. Die Schlafforschung werde sich einem Zusammenhang zwischen Mensch und Tier stärker annehmen. "Wir bräuchten einen angeborenen Sauerstoffbunker, dann hätten wir viele Probleme nicht", sagte Bolitschek.

Konferenz zur Schlafmedizin

Von Freitag bis Samstag findet die "Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (ÖGSM)" zum Thema "Abenteuer Schlaf" im Fortbildungszentrum der Elisabethinen in Linz statt. Heimische und internationale Referenten referieren dabei zu verschiedenen Themen aus dem Bereich Schlaf und Schlafstörung.

Neben Vorträgen zu "Schlafberatung bei Säuglingen und Kleinkindern" oder "Albträume bei Kindern" werden auch Gebiete wie der bekannte "Jetlag" behandelt. Generell sei dies ein Phänomen der vergangenen 70 Jahre.

Tipps gegen Jetlag

Besonders Schlafempfindliche können sich bei der Wahl des Reiseziels schon Erleichterung verschaffen: "Üblicherweise verkraften wir Ost-West-Flüge leichter als West-Ost" erklärte der Wiener Neurologe Michael Saletu im Rahmen der Pressekonferenz. Dies liege darin, dass es uns leichter fällt, länger aufzubleiben als früher schlafen zu gehen.

Generell rät Saletu bei Reisen in eine andere Zeitzone: "Setzen Sie sich dem Sonnenlicht aus." Mit Schiffsreisen sei man früher durch Aufenthalte an Deck automatisch in der neuen Zeitzone angekommen. Bei Reisen in den Westen sollte man gezielt die Abenddämmerung wählen. Nach Ostflügen sei der Aufenthalt im Morgenlicht ratsam, um die innere Uhr an die neuen Zeitverhältnisse anzupassen.

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