Heta beschert Hypo NÖ Millionenverlust

24. April 2015, 11:23
3 Postings

Die Abschreibungen für die Heta-Papiere beliefen sich auf 64 Millionen Euro

Wien/St. Pölten - Die Hypo Niederösterreich verbucht wegen Wertberichtigungen für Anleihen der Heta, Abbaueinheit der früheren Kärntner Hypo, für 2014 einen Verlust von 31,3 Mio. Euro. Die Abschreibungen für die Heta-Papiere im Wert von 225 Mio. Euro belief sich auf 64 Mio. Euro, teilte die Bank am Freitag mit. Das Kerngeschäft sei aber "positiv" verlaufen, ohne Wertberichtigungen hätte es einen Gewinn gegeben.

Die Hypo NÖ hat damit ihre Heta-Anleihen zu gut einem Viertel abgeschrieben. Die Empfehlung der Europäischen Zentralbank lautet auf 50 Prozent Abschreibung, in Österreich hat aber die Aufsicht keine entsprechende Vorgabe gemacht. In der Bank heißt es dazu, man halte sich an die Vorgaben und beobachte die Entwicklungen. Die getroffene Wertberichtigung entspreche aber der aktuellen Lage.

Keinen Niederschlag in den Wertberichtigungen der Hypo Niederösterreich findet die Finanzierung der Hypo-Pfandbriefstelle. Die Kärntner Hypo kann ihre Verpflichtungen gegenüber der Pfandbriefstelle wegen des Zahlungsmoratoriums der FMA nicht wahrnehmen. Daher müssen die anderen Hypos bzw. die Bundesländer dafür einspringen. Die Hypo Niederösterreich stelle nur die Liquidität für Niederösterreichs Zahlungen an die Pfandbriefstelle zur Verfügung, daher sei keine eigene Wertberichtigung nötig, heißt es. Das sei "wie ein Kredit".

Gewinn ohne Heta-Belastungen

Ohne die Heta-Belastungen hätte die Hypo Niederösterreich 2014 einen Gewinn in der Größenordnung von 20 Mio. Euro - dem langjährigen Schnitt - geschrieben. 2013 hatte es aufgrund einer Pönalerückerstattung sogar einen Gewinn von 53,7 Mio. Euro gegeben. Der Zinsüberschuss lag 2014 mit 127,4 Mio. Euro über dem Vorjahreswert (115,4 Mio. Euro). Es wurden neue Kredite im Wert von 1,45 Mrd. Euro vergeben. Die Konzernbilanzsumme legte um 12 Prozent von 14,2 Mrd. Euro auf 15,9 Mrd. Euro zu. Die Kernkapitalquote blieb mit 12,3 Prozent und die Eigenmittelquote mit 14,9 Prozent deutlich über den gesetzlichen Anforderungen. Eine Belastung für die Bank stellte die Verdoppelung der Bankenabgabe von 6,3 auf 12,9 Mio. Euro dar.

"Die Hypo Niederösterreich ist kerngesund und für die Zukunft sehr gut aufgestellt" wird Vorstandsvorsitzender Peter Harold in der Aussendung zitiert. Das zeige sich auch darin, dass die Hypo NÖ im Vorjahr eine 500 Mio. Euro schwere Benchmark-Anleihe platzieren konnte. "Welche Auswirkungen das Heta-Moratorium und die damit in Zusammenhang stehenden Belastungen, nicht nur für österreichische Banken, mittel- und langfristig auf den Ruf des Finanz- und Bankplatzes Österreich haben, bleibt freilich abzuwarten" hält die Bank fest. (APA, 24.4.2015)

Share if you care.