ÖVAG-Kapitalschnitt: Staat verliert wieder Geld

24. April 2015, 10:12
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Der letzte Jahresbericht vor der Zerschlagung ist wie erwartet tiefrot, im Vorfeld der ÖVAG-Abwicklung muss der Staat wieder Geld in den Wind schreiben

Wien - Es ist der letzte, neuerlich tiefrote Jahresbericht der ÖVAG vor der Zerschlagung. Sie wird zur Jahresmitte zu einer Bad Bank. Die bisherigen Funktionen als Spitzeninstitut werden auf die Volksbank Wien-Baden übertragen.

Im Vorfeld der ÖVAG-Abwicklung muss der Staat, also der Steuerzahler, wieder Geld in den Wind schreiben. Zur Verlustabdeckung ist eine Kapitalherabsetzung vorgesehen. Die wird nach ÖVAG-Angaben in einer Hauptversammlung am 28. Mai beschlossen und 96,65 Prozent des Kapitals (Aktien, Partizipationskapital) betreffen. Damit soll der aufgelaufene Verlust beseitigt werden.

Auch Geld des Bundes wird geschnitten

Von dem Kapitalschnitt sind nicht nur die mehrheitlich beteiligten regionalen Volksbanken betroffen. Auch das Geld des Bundes wird "geschnitten". Der Bund ist seit der Teilverstaatlichung 2012 in der ÖVAG mit 250 Millionen Aktienkapital investiert. Damals gab es bereits einen ersten Kapitalschnitt, mit dem 700 Millionen Euro an staatlichem Partizipationskapital verlorengingen. Der danach verbliebene Rest an staatlichem Partizipationskapital (300 Millionen Euro) ist von dem Kapitalschnitt jetzt im Mai 2015 betroffen.

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hat zuletzt mehrfach deponiert, dass er jedenfalls die aushaftenden 300 Millionen von der ÖVAG bzw. vom Volksbankensektor zurückhaben will. Wie am Freitag gegenüber der APA verlautete, ist - ungeachtet des jetzigen Kapitalschnitts - die Art der Rückführung einer solchen Summe noch Gegenstand von Verhandlungen. Es wird dazu eine Sondervereinbarung erwartet. Dem Haircut unterworfen ist das Partizipationskapital jedenfalls.

Drastische Abwertungen

Das letzte Bilanzjahr in der bisherigen Form beendet die ÖVAG mit einem Verlust von 887,9 Millionen Euro. Im Jahr davor waren im Einzelabschluss 223 Millionen Euro Verlust gestanden. Wegen der bevorstehenden Abwicklung mussten drastische Abwertungen vorgenommen werden.

Zählt man noch einen Verlustvortrag aus Vorjahren dazu, summiert sich der Bilanzverlust im Einzelabschluss 2014 auf 1,29 Milliarden Euro. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, der am Freitag auf der Website der Bank veröffentlicht wurde. Im Konzernabschluss bleib der Verlust unter der Marke von einer halben Milliarde, bei 499,6 Millionen Euro.

Die Abspaltung der ÖVAG-Spitzeninstitutsteile auf die Volksbank Wien-Baden - womit die ÖVAG auch aus dem Volksbankenverbund ausscheidet und ihre Konzession zurücklegt - erfolgt am 4. Juli, teilte die Bank am Freitag mit. Die alte ÖVAG heißt ab Sommer, wo sie dann Bad Bank sein wird, Immigon Portfolioabbau AG. (APA, red, 24.4.2015)

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