Grazer Mediziner wollen mit Heilkraut Weichteiltumor bekämpfen

23. April 2015, 15:22
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Wirkstoff aus südasiatischem Gewächs "Rangunschlinger" als neuer Hoffnungsträger - verzögertes Wachstum an Sarkom-Zelllinien im Labor festgestellt

Graz - Weichteilsarkome sind schwierig zu behandelnde Tumore, die weitgehend resistent gegenüber Behandlungsmethoden wie der Chemo- oder der Bestrahlungstherapie sind. Einen möglichen neuen Behandlungsansatz mit einem isolierten Naturstoff aus einem südasiatischen Gewächs sind Wissenschafter der Medizinischen Universität Graz auf der Spur.

Die Chemotherapie spielt bei der Behandlung von Sarkomen und speziell des Chondrosarkoms, das aus dem Knorpelgewebe hervorgeht, nur eine untergeordnete Rolle, schilderte Birgit Lohberger von der Uniklinik für Orthopädie und orthopädischen Chirurgie. Daher dränge sich die Suche nach alternativen Behandlungsmethoden auf.

Südasiatisches Flügelsamengewächs

Die Grazer Medizinerin sieht im Einsatz von Heilkräutern und Arzneipflanzen einen mögliche Lösung: "Bis heute sind mehr als 70 Prozent aller zugelassener Tumormedikamente entweder Naturprodukte oder wurden von natürlichen Produkten abgeleitet", erklärte Lohberger. Im Bezug auf die Behandlung der äußerst heterogenen Gruppe der Sarkome, ist die Grazer Forscherin auf den Wirkstoff eines südasiatischen Flügelsamengewächses gestoßen.

"Der Rangunschlinger - Quisqualis indica - wird in der traditionellen chinesischen Medizin als Schmerzmittel, Wurmmittel sowie zur Behandlung von Krebs eingesetzt", schilderte Lohberger. Sie hat die Wirkung seines Wirkstoffes ADCF an verschiedenen Weichteilsarkom-Zelllinien untersucht. Dabei habe sich sowohl bei Liposarkomen als auch in Tumoren in der Skelettmuskulatur (Rhabdomyosarkome) eine Verringerung des Zellwachstums gezeigt. Außerdem konnte eine Verzögerung der Zellteilung durch verringerte Expression von Zellzyklusproteine und des Proteins Survivin - ein Schlüsselprotein zur Aktivierung der Zellkernteilung - festgestellt werden, wie die Medizinische Universität Graz am Donnerstag in einer Aussendung mitteilte. (APA, 23.4.2015)

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