Weltraum-Geckos vertreiben sich die Zeit im All mit Spielereien

25. April 2015, 17:00
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Einmalige Aufnahmen zeigen, dass auch Reptilien unter den richtigen Umständen spielen

screenshot: roskosmos

Will man die verspielte Seite von Geckos hervorlocken, so reicht es nicht, ihnen etwas Spielzeug ins Terrarium zu werfen. Da muss man sich schon etwas mehr einfallen lassen - zum Beispiel, sie zu Raumfahrern machen und ins All zu schicken.

Normalerweise neigen Reptilien nicht zu ausgelassenem Spiel. Von dem Moment an, da sie ihre Eierschale verlassen, müssen sie sich alleine gegen Feinde und Konkurrenten durchsetzen, da bleibt nicht viel Gelegenheit zum Herumalbern. Als Kaltblüter können sie es sich auch nicht leisten, mit ihrer Energie sorglos umzugehen.

Ein einmaliges Video der russischen "Bion-M1"-Mission vor zwei Jahren, zeigt nun, dass Schwerelosigkeit und eine gute Portion Langeweile selbst träge Geckos nach spielerischem Ausgleich suchen lassen. Die Aufnahmen zeigen, wie die Tiere ein Plastikhalsband, das eines der Echsen verloren hatte, mit ihren Schnauzen wie beim Ballspiel durch ihre Behausung stupsen, es auf ihren Nasen balancieren oder probeweise ihre Köpfe durchstreckten.

Die 15 Reptilien waren im April 2013 gemeinsam mit 45 Mäusen, 40 Fischen, 20 Schnecken und anderen tierischen und pflanzlichen Reisegenossen im April 2013 für 30 Tage in eine Erdumlaufbahn geschossen worden. Dickfingergeckos der Spezies Chondrodactylus turneri erwiesen sich als besonders gute Versauchstiere, um den Effekt der Schwerelosigkeit auf das Verhalten und die Fortpflanzung der Reptilien zu erforschen. Dank ihrer Haftbeine blieben die Tiere an den Wänden ihrer Unterkunft und trieben nicht hilflos im Raum.

Erster Beleg für Geckos-Spiele

Dass dies durchaus ein einzigartiges Verhalten ist, bestätigt Gordon Burghardt von der University of Tennessee gegenüber dem New Scientist. "Dies ist der erste Beleg dafür, dass Geckos mit Objekten spielen", meint der Herpetologe. Es sieht seine Theorie bestätigt, dass Reptilien nur dann spielerische Neigungen zeigen, wenn ihnen ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen und wenig davon verbraucht werden muss - so wie etwa im schwerelosen Raum.

Die 15 "Space Geckos" schafften es nach ihrer Mission übrigens wieder wohlbehalten zurück zur Erde - im Unterschied einiger ihrer Reisegefährten: 29 Mäuse und sowie sämtliche Fische und Schnecken mussten wegen technischer Probleme bei einigen der Umweltkontrollsysteme im All ihr Leben lassen.

--> Video: Space Geckos Filmed Playing In Zero Gravity

(red, derStandard.at, 25.4.2015)

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