Heta zeigt Investor Pecik an

22. April 2015, 19:17
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Die Hypo-Abbaugesellschaft geht laut "Kurier" wegen ausstehender Kreditrückzahlungen gegen die frühere Victory AG, Ronny Pecik und Georg Stumpf vor

Klagenfurt/Wien - Die Hypo-Abbaugesellschaft Heta hat einem Zeitungsbericht zufolge wegen ausstehender Kreditrückzahlungen eine Anzeige eingebracht. Im Mittelpunkt stehen die frühere Victory Industriebeteiligung AG, die Investoren Ronny Pecik und Georg Stumpf sowie zwei weitere Manager, berichtet der "Kurier", was ein Heta-Sprecher auf Anfrage Mittwochabend bestätigte. Pecik und Stumpf wehren sich.

Es geht um einen Kredit aus dem Jahr 2007 über 150 Millionen Franken (damals rund 90 Miollionen Euro) von heimischen Banken an die Victory. Von der Summe sind dem Zeitungsbericht zufolge, in dem aus der Sachverhaltsdarstellung zitiert wird, insgesamt noch rund 60 Millionen Euro offen, wovon rund 40 Millionen Euro auf die Heta entfallen.

Als Sicherheiten diente Oerlikon-Aktien, die die Hypo mittlerweile verkauft habe und von der offenen Forderung bereits abgezogen seien. Rückzahlungen würden nicht geleistet. Daher gebe es den Verdacht des schweren Betruges, der Untreue und der betrügerischen Krida. Denn trotz Kursverlusten bei den Oerlikon-Aktien hätte der Victory-Vorstand keine Rücklagen gebildet, zitiert der "Kurier" aus der Anzeige. Außerdem seien für die Jahre 2007 und 2008 (Rumpf-Geschäftsjahr) von der Victory Gewinne ausgeschüttet worden - insgesamt rund 53 Millionen Euro, an die beiden Victory-Aktionäre RPR Privatstiftung von Pecik und Millennium Privatstiftung von Stumpf. Dies, während der Oerlikon-Kurs laufend weiter nach unten rasselte.

In der Folge versuchte Pecik laut dem Bericht mit den Banken eine Umfinanzierung der Victory (heute: RB Capital Invest GmbH), aus der aber nichts wurde. Nun hält Pecik "die Vorgangsweise der Heta für kredit- und rufschädigend, weil die Vorwürfe nicht zutreffen", wie ihn die Zeitung zitiert. "Ich werde jede Möglichkeit ausschöpfen, um rechtlich dagegen vorzugehen." Die Causa sei schon einmal bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft angezeigt, aber wieder eingestellt worden.

Pecik erhebt vielmehr Vorwürfe gegen alle beteiligten Banken. "Sie haben mir damals eine Umfinanzierung der Victory zugesagt, aber diese Zusage dann nicht eingehalten", sagt er dem Kurier". "Daraufhin habe ich das Unternehmen an einen Restrukturierer aus Deutschland verkauft." Nachsatz: "Hätte man mir die Umfinanzierung gewährt, wäre kein Schaden entstanden."

Auch Stumpf wehrt sich: Er kenne die Sachverhaltsdarstellung, die erst am Montag eingebracht worden war, nicht. Eine Anzeige sei verfehlt. Für die Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

Pecik wurde im Jahr 2010 bereits medial als Hypo-Retter genannt, um dann 2013 ebenso von Medien als favorisierter Käufer für das inzwischen losgeschlagene Hypo-Balkannetzwerk genannt zu werden. Beides passierte nie. (APA, 22.4.2015)

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