Volksanwaltschaft leitet Prüfverfahren für Impfpflicht ein

22. April 2015, 14:18
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Volksanwälte fordern Impfpflicht für Kinder und Betreuungspersonal in Kindergärten und Schulen

Wien - Angesichts niedriger Impfzahlen gegen Masern und Röteln spricht sich die Volksanwaltschaft für eine "kleine Impfpflicht" aus. Diese soll in öffentlichen Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen gelten, und zwar für Betreuungspersonal und Kinder, forderte Volksanwalt Günther Kräuter (SPÖ) am Mittwoch. Im Jahr 2014 verzeichnete die Volksanwaltschaft das höchste Beschwerdeaufkommen ihrer Geschichte.

Angestrebte Durchimpfungsrate

Kräuter erinnerte bei der Präsentation des Jahresberichts 2014 an das WHO-Ziel der Masern- und Röteln-Elimination bis 2015. Von der angestrebten Durchimpfungsrate von 95 Prozent sei man hierzulande weit entfernt. Die beiden Masern-Mumps-Röteln-Impfungen erreichen in Österreich laut Kräuter nur zwischen 63 und 83 Prozent der Kinder, und die Zahl der Masern-Erkrankungen sei signifikant gestiegen. Die "kleine Impfpflicht" ist laut VA-Sprecherin eine Eigendefinition von Kräuter. Gemeint sei damit eine eingeschränkte Impfpflicht.

Amtswegiges Prüfverfahren

Die Volksanwaltschaft leitete daher ein amtswegiges Prüfverfahren ein und fordert zumindest die Einführung der "kleinen Impfpflicht" in der Kinderbetreuung. Rechtlich möglich wäre dies, zeigte sich Kräuter in der Pressekonferenz überzeugt. Außerdem sollte der Impfnachweis von Beschäftigten in Ambulanzen, Kinderabteilungen, Intensivstationen und im Empfangsbereich von Krankenhäusern längst Standard sein, meint man bei der Volksanwaltschaft. (APA, 22.4.2015)

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