Geisteswissenschaftler und Kunststudenten wandern häufig ab

22. April 2015, 13:28
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Eine Auswertung der Statistik-Austria zeigt: Je höher der Bildungsabschluss, desto höher die Wahrscheinlichkeit der Abwanderung

Wien - Mit der Höhe des Bildungsabschlusses steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Absolventen ins Ausland abwandern. Das zeigen Absolventen-Analysen der Jahrgänge 2008/09 bis 2010/11 der Statistik Austria. Nach einem Schulabschluss verließ nur rund ein Prozent innerhalb von drei Jahren das Land, nach einem Doktorat dagegen zwölf Prozent. Am häufigsten wandern Geisteswissenschafts- und Kunst-Absolventen ab.

Wenig überraschend: Vor allem ausländische Hochschulabsolventen verlassen innerhalb von drei Jahren nach ihrem Abschluss häufig Österreich: Nach einem Bachelor-Abschluss wandern 28 Prozent der Deutschen, 18 Prozent der anderen EU-Ausländer und 23 Prozent der Drittstaatenangehörigen, aber nur 1,5 Prozent der Österreich ab. Ganz ähnliche Werte gibt es für die Absolventen eines Master- bzw. Diplomstudiums (zu denen etwa die Medizin-Absolventen zählen): 26 Prozent der Deutschen, 19 Prozent der anderen EU-Ausländer und 30 Prozent der Drittstaatenangehörigen sagen Österreich innerhalb drei Jahren Lebewohl, aber nur 2,5 Prozent der Österreicher.

Doktorats-Absolventen sehr mobil

Am höchsten ist die Mobilität bei den Doktorats-Absolventen: Mehr als die Hälfte der Drittstaatengehörigen (54 Prozent) verlassen innerhalb von drei Jahren nach ihrem Abschluss das Land, von den Deutschen ist es genau jeder Dritte, von den restlichen EU-Ausländern ein Viertel. Bei den österreichischen Doktorats-Absolventen beträgt dieser Anteil sechs Prozent.

Nach Ausbildungsrichtungen zeigt sich, dass es vor allem Geisteswissenschafter und Kunst-Absolventen ins Ausland zieht: Immerhin 8,9 Prozent der Männer und 7,4 Prozent der Frauen aus diesem Ausbildungsfeld verlassen innerhalb von drei Jahren nach ihrem Abschluss Österreich. Am seltensten wandern Absolventen von Pädagogischen Hochschulen bzw. Lehramts-Absolventen von Unis ab (1,4 Prozent der Männer und 1,5 Prozent der Frauen). (APA, 22.4.2015)

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