"Neues Baby": Clarkson brütet über Nachfolger von "Top Gear"

22. April 2015, 12:46
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Gefeuerter Moderator weiß nocht nicht, wer die Eltern sein werden - BBC zeigt noch die produzierten "Top Gear"-Folgen mit Clarkson

Wien/London - Seine weltweite Fangemeinde wird es freuen: Jeremy Clarkson fühlt sich mit seinen 55 Jahren noch zu jung, um sich die Zeit bis zu seinem Ruhestand nur mit Fischen oder Garteln zu vertreiben.

In seiner Kolumne für die "Sunday Times" schreibt Clarkson über die Leere nach seinem Rauswurf als Moderator der BBC-Autoshow "Top Gear" und von Plänen für ein neues Projekt: "Ich habe mein Baby verloren, jetzt sollte ich ein neues zeugen". Er wisse allerdings nicht, schränkt er ein, wer die Eltern sein werden und wie das Baby aussehen werde, aber: "Ich kann nicht nur herumsitzen und meine Fotoalben ordnen."

Stress als Ursache für Ausraster

Nach 15 Jahren als "Top Gear"-Moderator war Clarkson im März von der BBC gefeuerten worden, weil es mit einem TV-Produzenten zu Handgreiflichkeiten kam, woraufhin dieser in der Notaufnahme landete. Auslöser war ein Streit um Essen. Nach einem Dreh soll der Moderator keine warme Mahlzeit serviert bekommen haben.

Clarkson ist für seine Extravaganzen bekannt. Mit seinem Team diktierte er seitenlange Listen mit Wünschen, die vor Shows erfüllt werden mussten.

Seinen Ausraster begründete Clarkson mit einer extremen Stresssituation: Nachdem er schon unter seiner Scheidung und dem Tod seiner Mutter litt, habe ihm der Arzt gesagt, dass er wahrscheinlich Krebs habe.

Clarkson: "'Top Gear'" kam immer zuerst"

In einer Kolumne in der "Sunday Times" schrieb Clarkson, der Vorfall sei "am stressvollsten Tag in meinen 27 Jahren bei der BBC" passiert. Zwei Tage zuvor habe ihm der Arzt gesagt, dass ein Knoten in seiner Zunge wahrscheinlich Krebs sei und sofort untersucht werden müsste. "Aber das konnte ich nicht tun. Wir waren mitten in der "Top Gear"-Serie. Und "Top Gear" kam immer zuerst", schrieb Clarkson. Er gab zu, dass andere Menschen mit solchen Stresssituationen besser fertig würden - zumal sich später herausstellte, dass es doch kein Krebs war.

Rückkehr

Entgegen früheren Ankündigungen wird die BBC die bereits fertig produzierten "Top Gear"-Folgen inklusive Clarksons Auftritte doch noch ausstrahlen. Voraussichtlicher Sendetermin für die drei Episoden ist im Sommer - spätestens jedoch im Lauf des heurigen Jahres.

Die BBC möchte jedenfalls "Top Gear" fortsetzen. Wer die Nachfolge von Clarkson antritt, steht noch nicht fest. Der "Guardian" zitiert eine BBC-Managerin, die sich als Präsentatorin eine Frau wünscht. Unklar ist auch noch, was mit Clarksons Kollegen James May und Richard Hammond passiert.

"Top Gear" hat Kultstatus und erreicht weltweit bis zu 350 Millionen Anhänger, darunter sechs Millionen im Heimatland Großbritannien. (red, derStandard.at, 22.4.2015)

  • Jeremy Clarkson, langjähriger Moderator von "Top Gear".
    foto: apa/epa/koen van weel

    Jeremy Clarkson, langjähriger Moderator von "Top Gear".

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