FPÖ will Berufsbild des Soldaten aufwerten

22. April 2015, 12:24
116 Postings

Freiheitliche wollen Soldaten zu Sicherheitsfachkräften, Sicherheitsmanagern oder Lehrern ausbilden lassen

Wien - Die FPÖ will das Berufsbild des Soldaten aufwerten. Konkret sollten die Berufsbilder Sicherheitsfachkraft und Sicherheitsmanager geschaffen werden, um mehr junge Menschen für das Bundesheer zu begeistern, schlagen Wehrsprecher Mario Kunasek und freiheitliche Personalvertreter vor. Das Konzept sei bereits dem Verteidigungsministerium präsentiert worden, sagte Kunasek am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Eine Heeresform müsse als erstes beim Personal beginnen, leitete Kunasek die Präsentation des freiheitlichen Konzepts ein, das auf Einladung des Verteidigungsministeriums erstellt worden sei. Die Kritik an Ressortchef Gerald Klug (SPÖ) hielt sich daher in Grenzen, immerhin habe er, im Gegensatz zu seinen Vorgängern auch die Opposition eingeladen, Vorschläge einzubringen. Das Hauptproblem, welches die FPÖ mit ihrem Konzept lösen will: Derzeit würden etwa gleich viele Heeresangehörige eintreten wie auch in Pension gehen.

Jobaussicht in Privatwirtschaft

"Wir brauchen möglichst viele Junge und wenig Alte", fasste Oberst Werner Hammer, Vorsitzender der AUF-AFH, das derzeitige Problem aus seiner Sicht zusammen. Um eine "Pyramide" zu schaffen, wollen die Freiheitlichen ein echtes Berufsbild des Soldaten schaffen, was es derzeit nicht gebe. Somit erhalte man eine Ausbildung, die auch nach einem Ausstieg beim Bundesheer in der Privatwirtschaft anerkannt sei. Dabei solle es zwei Wege geben: Die Sicherheitsfachkraft mit Gesellenbrief und der Sicherheitsmanager mit Matura.

Soldaten als Lehrer

Verwendung in der Privatwirtschaft nach einem Abgang beim Heer könne es viele geben, sagte Hammer. Nicht nur in der Polizei und dem Landesdienst würde man sich Geld für die volle Ausbildung sparen. Aufgrund von beim Heer erlangter didaktischer Fähigkeiten kann er sich vorstellen, auch ehemalige Soldaten als Lehrer attraktiv zu machen. "Synergien wird es eine Menge geben", hofft Hammer. Andreas Stupka, Oberst des Generalstabsdienstes, erhofft sich durch die Attraktivierung des Soldatenberufs, dass sich junge Österreicher vermehrt in der Pflichtschule für den Beruf des Soldaten oder der Soldatin entscheiden.

Einen weiteren Mehrwert des FPÖ-Konzepts sieht Manfred Haidinger, Präsident der Bundesheergewerkschaft und Oberst des Generalstabes, für die gewerkschaftliche Arbeit. Denn in der Beamtengewerkschaft GÖD gebe es derzeit keine explizite Vertretung für die Soldaten wie etwa für die Lehrer. Angesichts der Gegenfinanzierung der Steuerreform sieht er seine Sparte auch vom Ruf her gut aufgestellt, denn: "Wir sind das Ressort mit den geringsten Beamtenkosten." (APA, 22.4.2015)

  • Soldaten sollen eine Ausbildung bekommen, die auch nach einem Ausstieg beim Bundesheer in der Privatwirtschaft anerkannt sei, sagen die Freiheitlichen.
    foto: apa/neubauer

    Soldaten sollen eine Ausbildung bekommen, die auch nach einem Ausstieg beim Bundesheer in der Privatwirtschaft anerkannt sei, sagen die Freiheitlichen.

Share if you care.