Zwei Jahre nach Rana Plaza bleibt Lage prekär

22. April 2015, 11:51
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Textilarbeiter stehen laut Menschenrechtlern weiter unter Druck und werden beschimpft. Es fehle die soziale Absicherung

Dhaka - Fast zwei Jahre nach dem verheerenden Einsturz der Rana-Plaza-Fabriken in Bangladesch herrschen dort nach Angaben von Menschenrechtlern noch immer unwürdige Arbeitsbedingungen. Die Textilarbeiter litten unter Attacken, sexuellen Beschimpfungen, erzwungenen Überstunden, fehlendem Mutterschutz und verspäteten oder nicht vollständigen Lohnzahlungen, so die Organisation Human Rights Watch (HRW).

Für den am Mittwoch in Dhaka vorgestellten Bericht befragte die Organisation mehr als 160 Arbeiter in 44 Fabriken in dem armen südasiatischen Land.

Die Regierung Bangladeschs und die Auftraggeber arbeiteten an einer Verbesserung der Fabriksicherheit, erklärte HRW weiter. Doch sollte mehr getan werden, etwa für die Rechte der Arbeiter zur Bildung von Gewerkschaften. "Wenn Bangladesch ein zweites Rana Plaza verhindern will, muss es seine Arbeitnehmerrechte effektiv durchsetzen", erklärte der stellvertretende HRW-Asien-Chef Phil Robertson. Bei dem Unglück am 24. April 2013 kamen mehr als 1.100 Menschen ums Leben. Etwa 2.500 Menschen wurden verletzt.

Wer eine Gewerkschaft gründe, müsse mit Drohungen rechnen, erklärte HRW. Die befragten Arbeiter berichteten auch von Einschüchterungen oder sogar tätlichen Angriffen. Keine der Fabriken im Rana-Plaza-Gebäude hatte Gewerkschaften. Die Arbeiter wurden am Unglückstag ins Gebäude gezwungen, obwohl es schon Risse hatte. Bisher gibt es laut HRW nur in zehn Prozent der Fabriken in Bangladesch Gewerkschaften. (APA, 22.4.2015)

  • Beim Einsturz der Rana-Plaza-Fabriken am 24. April 2013 kamen mehr als 1.100 Menschen ums Leben.
    foto: reuters/biraj

    Beim Einsturz der Rana-Plaza-Fabriken am 24. April 2013 kamen mehr als 1.100 Menschen ums Leben.

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