"BriefButler" expandiert nach Liechtenstein, Schweiz, Deutschland

22. April 2015, 11:38
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Wiener Brieflogistiker hpc DUAL exportiert E-Government-Lösung

Der Wiener Brieflogistik-Dienstleister hpc DUAL (http://www.briefbutler.at) hat von der Post des Fürstentums Liechtenstein den Auftrag für die duale Briefzustellung erhalten und bereitet als nächsten Schritt auch schon die Expansion in die Schweiz vor. "Der Bedarf ist auch bei unseren Nachbarn in Deutschland gegeben", schmiedet hpc-DUAL-Chef Josef Schneider bereits große Pläne.

"Liechtenstein importiert jetzt unsere Zustelllösung."

"Als erstes privates Unternehmen Österreichs exportieren wir eine E-Government-Anwendung", sagte Schneider im Gespräch. "Liechtenstein importiert jetzt unsere Zustelllösung." Der Start ist für Ende Oktober geplant. "Über den Auftragswert dürfen wir noch nicht sprechen. Vom Volumen her gehen wir von 200.000 bis 250.000 Zustellstücken per anno aus." Die Dienstleistung soll später auch der Wirtschaft und Privaten angeboten werden.

"Mit der Expansion nach Liechtenstein haben wir uns auch entschlossen, noch einen Schritt weiter zu gehen in Richtung Schweiz." Dort wollen die Wiener die duale Zustellung (elektronisch und auf Papier) auch den Gemeinden und Kantonen anbieten. "Es gibt dort bereits die ersten Piloten, die wir jetzt dabei sind aufzusetzen." Zwar gebe es von der Schweizer Post bereits einen Lösung für einen kleinen Teil der Sendungen, aber keine für den sogenannten "niederschwelligen" Bereich, also die "nicht nachweisliche" Zustellung - "das sind 95 Prozent der Sendungen", erklärte Schneider.

Nachweislich

So wie bei Papiersendungen wird auch bei elektronischer Post zwischen nachweislicher und nicht nachweislicher Zustellung unterschieden. So müssen etwa behördliche RSa- und RSb-Briefe nachweislich zugestellt werden, der Empfänger muss also unterschreiben und sich ausweisen.

Das Potenzial sei in der Schweiz sogar noch größer als in Österreich, "dort gibt es 24 Kantone und rund 3.000 Gemeinden", sagte Schneider. Der Bedarf sei auch in Deutschland gegeben, wo "De-Mail nicht richtig in die Gänge kommt, auch auf Grund der selben Fehler, die man in Österreich gemacht hat mit dem elektronischen Personalausweis, wo zwar überall der Chip drauf ist, den man aber erst aktivieren lassen muss". Es gebe dort keine Handysignatur-Lösung: "Sie können sich eine De-Mail-Adresse reservieren, und dann kommt einer der Betreiber - es gibt derzeit drei - zu Ihnen nach Hause und kontrolliert, ob Sie wirklich sind, wer Sie vorgegeben haben zu sein." Beim "BriefButler" sei das nicht notwendig: "Wir benützen das Bankenident-Verfahren - Sie bekommen ja kein Bankkonto, ohne sich zu legitimieren."

25 bis 30 Millionen Sendungen jährlich

Der "BriefButler" ist eine Online-Plattform von hpc DUAL, über die jährlich rund 25 bis 30 Millionen Sendungen verschickt werden. Wer eine E-Mail-Adresse registriert hat, bekommt seine Post elektronisch, an alle anderen Empfänger wird sie postalisch verschickt. "Wir haben regionale Druckdienstleister, bei denen gedruckt, kuvertiert und die Post ausgegeben wird. Wir wollen, dass der elektronische Weg so lang wie möglich ist und die "letzte Meile", die unvermeidlich postalisch ist, so kurz wie möglich." Im Output-Bereich arbeite man mit Raiffeisen zusammen.

"Raiffeisen ist der größte private Druckdienstleister mit etwa 400 Millionen Seiten pro Jahr, die gedruckt werden und wo wir auch die Möglichkeit der Regionalität haben."

Neben der dualen Zustellung - elektronisch und auf Papier - hat der "BriefButler" auch eine integrierte Bezahlfunktion, mit der Rechnungen direkt aus dem Dokument heraus online bezahlt werden können.

Start 2006

Begonnen hat Schneider bereits 2006, dann sei man viele Monate klinkenputzend durch Österreich getinglet, bis man 2007 den ersten Versender als Kunden hatte. "Es war bis vor zwei Jahren kein Geschäft." Seit 2008 betreibe man gemeinsam mit der Post den Zustelldienst meinbrief.at. Inzwischen habe man 15 Mitarbeiter und weil der Standort im 7. Bezirk in Wien zu klein wurde, sei man in die Brotfabrik nach Ottakring gezogen. (APA, 22.4. 2015)

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