Mögliche Nebenwirkung von Cola & Co

22. April 2015, 10:38
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Die braune Farbe in Colagetränken kommt von 4-Methylimidazol - der Verein für Konsumenteninformation thematisiert die "gesunde" Dosis

Zuckerkulör gibt vielen Getränken und Lebensmitteln ihre schöne dunkelbraune Farbe. Außerdem enthält der künstliche Zusatz einen Stoff, der seit Jahren als möglicherweise krebsverursachend im Gerede ist. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) wünscht sich in seinem "Konsument"-Magazin niedrigere Werte von 4-Methylimidazol (4-MEI) in Produkten wie Colagetränken.

Die Wissenschaft hat festgestellt...

In Kalifornien gilt ein strenger Warnwert für 4-MEI, ein Nebenprodukt der Herstellung von Ammonium-Zuckerkulör (E 150 c) und Ammoniumsulfit-Zuckerkulör (E 150 d), die in vielen braunen Softdrinks steckt. Sie färbt weiters Soja- und Worcestersauce, Kräuterbonbons, Frühstückszerealien, Balsamico-Essig und Whiskey. Seit die Substanz im Jahr 2011 aufgrund von Tierversuchen unter Krebsverdacht geraten ist, müssen Produkte, die mehr als 29 Mikrogramm 4-MEI pro Tagesdosis enthalten, in Kalifornien eine Krebswarnung tragen.

Neun von 13 der für den Test überprüften Colagetränke fallen in diese Kategorie. "Nur Pepsi, Spitz, Freeway und Spar dürften 'ohne' verkauft werden", berichteten die Konsumentenschützer.

...dass Cola...

Will man unter dem kalifornischen Warnwert bleiben, könne man pro Tag beispielsweise zweieinviertel 250ml-Gläser Pepsi oder Spar Fresh Cola, aber nur ein dreiviertel Glas Coca Cola oder ein zu einem Viertel gefülltes Glas S-Budget- bzw. Black Jack Cola trinken. Einen auffällig hohen Wert stellten die Tester auch im "Kindergetränk" Dreh und Trink fest, das 53 Mikrogramm 4-MEI pro 200-Milliliter-Flasche enthalte.

Die europäische Gesundheitsbehörde EFSA hat allerdings einen weit höheren Gesamtwert für die akzeptierbare tägliche Aufnahme festgelegt: 300 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Wer 60 Kilogramm auf die Waage bringt, könne demnach 18.000 Milligramm, also 18 Gramm Zuckerkulör täglich konsumieren, rechneten die Konsumentenschützer vor.

Damit werde in Europa hochgerechnet eine Tagesdosis von 4,5 Milligramm oder 4.500 Mikrogramm 4-MEI als unproblematisch beurteilt. In der Praxis wird das wohl nie vorkommen: Wie der "Konsument" selbst anführt, enthalten die bei uns handelsüblichen Colagetränke zwischen zwölf und 71 Mikrogramm 4-MEI pro Viertelliter.

...vielleicht doch Gift enthält.

Generell gibt meist die Dosis den Ausschlag: Der US-Getränkeverband hatte schon beim Aufkommen der Kritik dagegen gehalten: Ein Mensch müsse jeden Tag mehr als 2.900 Dosen Cola trinken, und das über 70 Jahre, um an jene Menge an 4-MEI heranzukommen, die den Mäusen verabreicht worden sei. Die US-Lebensmittelüberwachungsbehörde FDA sieht "kein unmittelbares oder kurzfristiges Risiko", ist auf deren Homepage nachzulesen. Derzeit würden aber alle verfügbaren Daten über die Sicherheit der Substanz überprüft.

Trotzdem: Coca Cola hat schon im Jahr 2012 der kalifornischen Richtlinie Rechnung getragen. Seither stelle der Getränkeriese für die US-Westküste ein Cola mit niedrigen 4-MEI-Werten her – der hohe Gehalt anderswo sei also kein Naturgesetz, betont der "Konsument".

Coca Cola reagiert

Coca Cola hat eigenen Angaben zufolge mittlerweile auch für Europa seine Produktion angepasst: Im Herbst 2014 hätten die Lieferanten "ihren Herstellungsprozess optimiert und produzieren seither Zuckerkulör mit reduziertem 4-MEI-Gehalt", teilte der Getränkeriese mit.

Das in Österreich vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) getestete Produkt sei kurz vor dieser Umstellung hergestellt worden. "Jedes Coca-Cola-Produkt in Österreich, das von 2015 an produziert wurde, enthält Zuckerkulör, das nach diesem optimierten Prozess hergestellt wurde".

Die neuen Werte liegen demnach auch "weit unter dem Warnwert", den die kalifornische Gesundheitsbehörde festgelegt hat, präzisierte eine Sprecherin auf Nachfrage. (APA, derStandard.at, 22.4.2015)

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