ÖH-Wahl: Fraktionen hüllen sich in Pink oder posieren vor Uni und Graffiti

Blog23. April 2015, 14:24
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Pressefotos sind was Schönes: Man kann damit seine Spitzenkandidaten und -kandidatinnen präsentieren und sie das Image der Fraktion verkaufen lassen

Wenn von 19. bis 21. Mai die ÖH-Wahl stattfindet, ergibt das Placement der Erstgereihten endlich wieder Sinn. Durch die Wiedereinführung der Direktwahl auf Bundesvertretungsebene kann man die Personen auf Plakat, Flyer und Medienfoto auch tatsächlich wählen.

Bei der Inszenierung der Listenspitze sind manche Konnotationen dann sehr offensichtlich: Dass man die Spitzenkandidatin der Ökoliste in der Wiese lächeln lässt, passt schließlich irgendwie. Warum andere, die nichts mit der Natur am Hut haben, ihr das gleichtun, ist schon eher unverständlich. Einen Zusammenhang zwischen den Themen und der Vermarktung kann man da nicht finden.

Wer gar keine Lust auf diese Fotoshow hat, lässt sich einfach bei der dazugehörigen Pressekonferenz abbilden – neutral im Kaffeehaus mit Namenskärtchen.

Dass die Spitzenkandidatin der Gras, Meryl Haas, im Gras liegt, ist irgendwie sinnvoll. Die grünen Studierenden haben schließlich als einzige Fraktion Nachhaltigkeit und Ökologie in ihrem Wahlprogramm. So treten die Gras für eine "ökologisch-nachhaltige Lebensweise" ein. Denn beim "Umwelt- und Klimaschutz trägt jede einzelne Maßnahme zu einem großen globalen Puzzle bei", wie die Gras auf ihrer Homepage schreiben.

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Warum der KSV-Lili es der Gras gleichtut und zusätzlich Gänseblümchen zupft, ist weniger klar. Tina Sanders und Philipp Jung sind aber nicht Spitzenkandidatin und Spitzenkandidat; darauf verzichtet die kommunistische Liste. Sie übernehmen lediglich die Öffentlichkeitsarbeit und kämpfen gegen die mit Leistungsdruck einhergehenden psychischen Erkrankungen bei Studierenden. Vielleicht hilft dagegen ja, in der Wiese zu liegen.

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Den VSStÖ interessiert die Natur nicht so sehr. Spitzenkandidatin Lucia Grabetz steht wohl mehr auf Urbanität. Damit sich alle ihren Namen merken, steht er an die Wand geschrieben. Um den "angespannten Wohnungsmarkt" zu entlasten, wollen die Sozialisten und Sozialistinnen öffentlichen Wohnbau stärker gefördert sehen.

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Die Junos gehen lieber nicht raus. Stattdessen setzen sie auf Farbe zum Wiedererkennen: das Pink der Mutterpartei, der Neos, schmückt Spitzenkandidat Niko Swatek und die zweit- und drittplatzierten Leonie Salzmann und Sofia Surma.

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Platz eins, zwei und drei der Aktionsgemeinschaft: Jens Eipper, Lisa Schwenn, Peter Wiltsche reihen sich in die Büsten des Arkadenhofs der Universität Wien ein, dabei studiert nur Letzterer an der Alma Mater Rudolphina Vindobonensis. Traditionell stark ist die AG eher an der Wirtschaftsuni oder am Wiener Juridicum. Die ÖVP-nahe Liste wünscht sich eine stärkere Einbindung der Studierenden in die Arbeit der ÖH, etwa durch neue Medien.

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Die Fest mag offensichtlich die Farbe Lila. Ist ja auch ihre Fraktionsfarbe und eine der wenigen Farben, die nicht von politischen Großparteien besetzt ist. So wie die Fraktion engagierter Studierender eben, die sich ursprünglich aus Mandatarinnen und Mandataren der FHs und PHs zusammengeschlossen hat. Magdalena Goldinger, Sasan Djalali und Kathrin Romanowski sind schwarz-weiß gehalten und wollen den "starren Curricula und hohen Anwesenheitsvorgaben" entgegenwirken. Bewaffnet sind sie dafür mit den einzigen Farbklecksen im Bild – Taschenrechner, Buch und Schutzhelm.

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Das FLÖ-Team hat keine eigens gemachten Pressefotos. Darum findet man die Kandidaten und Kandidatinnen auf einem Bild von ihrer Pressekonferenz wieder. "Wir sind ehrlich und echt", steht im Wahlprogramm der Fachschaftslisten. Durch "niederschwellige Partizipationsmöglichkeiten" hätten alle Studierende Platz bei ihnen. Zumindest die Fotos sind nicht ganz gestellt. Im Bild: Sarah Schober, Sanel Omerovic, Elisabeth Gellner und Philip Flacke.

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