Yahoo mit Fehlstart ins neue Geschäftsjahr

22. April 2015, 08:10
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Gewinn im 1. Quartal von 312 Mio. Dollar im Vorjahr auf 21 Mio. eingebrochen

Der US-Internetkonzern Yahoo hat im ersten Quartal einen herben Dämpfer erlitten. Der Gewinn brach von Jänner bis März von 312 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf 21 Millionen Dollar (19,6 Mio Euro) ein, wie der am Dienstag veröffentlichte Finanzbericht zeigte. Analysten hatten bessere Zahlen erwartet. Die Aktie fiel nachbörslich um fast zwei Prozent.

Ikone werden

"Yahoo ist mitten in einem mehrjährigen Umbau, um als Unternehmen wieder eine Ikone zu werden", sagte Konzernchefin Marissa Mayer laut Mitteilung. Sie will durch neue Inhalte und Funktionen mehr Nutzer und damit Werbeanzeigen auf die Yahoo-Angebote locken. Zuletzt allerdings mit durchwachsenem Erfolg.

Anzeigen-Geschäft läuft schleppend

Yahoo meldete zwar einen Umsatzanstieg um acht Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar. Ohne die Erlöse, die für die Weiterleitung von Nutzern an Partner-Websites abgegeben werden müssen, waren es aber nur 1,04 Milliarden Dollar. Das sind fast fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Das Anzeigen-Kerngeschäft läuft schleppend.

Harte Konkurrenz

Yahoo leidet unter der harten Konkurrenz von Rivalen wie Google und Facebook. Alle drei Unternehmen finanzieren sich größtenteils über Werbung. Zum einen verkaufen sie grafische Werbeanzeigen - die sogenannten Banner - und zum anderen bezahlte Links bei Suchmaschinen. Derzeit versuchen sie vor allem, im umkämpften mobilen Markt mit Smartphones und Tablets Anteile zu gewinnen.

Abspaltung

Mayer steht deshalb seit längerem unter Druck von Yahoo-Aktionären. Im Jänner hatte sie zwar angekündigt, Yahoo zu zerlegen, indem die 40 Milliarden Dollar schwere Beteiligung an dem chinesischen Online-Betreiber Alibaba ausgegliedert wird. Ohne Alibaba steht Yahoos Rest mit seinen Email-, Suchmaschinen- und sonstigen Website-Diensten aber vor einer ungewissen Zukunft. Manchen Investoren wie Starboard Value ging der Schritt zudem nicht weit genug und sie fordern auch die Abspaltung von Yahoo Japan. Dem kam Mayer am Dienstag etwas entgegen und erklärte, Yahoo habe Berater beauftragt, herauszufinden, was "die vielversprechndsten Möglichkeiten" für den Bereich seien. Yahoo hält 35 Prozent an Yahoo Japan. Der Anteil könnte rund neun Milliarden Dollar wert sein. (APA, 22.4.2015)

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Yahoo

  • Yahoo-Chefin Marissa Mayer muss liefern
    foto: reuters/galbraith

    Yahoo-Chefin Marissa Mayer muss liefern

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