Putin-Anhänger bringen antiwestliche Satirezeitung heraus

21. April 2015, 23:21
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Magazin befasst sich in erster Ausgabe mit "Vorgängen in der Ukraine"

Moskau - Eine Gruppe von Anhängern des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat am Dienstag eine neue satirische Wochenzeitung präsentiert. Die erste Ausgabe befasse sich ausschließlich mit den "Vorgängen in der Ukraine", sagte der Sprecher der Anti-Maidan-Bewegung, Waleri Saborowski.

Aktivisten der Vereinigung, in der sich Biker-Clubs, Kosaken, Sportler und Veteranen zusammengeschlossen haben, verteilten die erste Ausgabe des vierseitigen Gratismagazins "Scharsch i Pero" (Karikatur und Stift), das sich als russische Antwort auf das französische Magazin "Charlie Hebdo" ausgibt, am Dienstag in Moskau an Passanten.

"In der Ukraine und im Westen läuft eine gigantische russophobe Kampagne", sagte der Künstler Michail Serebryakow. "Deshalb haben wir uns zusammengesetzt, um unsere Antwort zu geben. Die Cartoons und Gedichte richten sich allesamt gegen den Westen.

Eine Karikatur zeigt die deutsche Kanzlerin Angela Merkel neben US-Präsident Barack Obama, dem britischen Premierminister David Cameron und Kanadas Regierungschef Stephen Harper. Die Politiker halten sich Augen und Mund zu: "Wir im Westen haben entschieden, dass die Aggression nur von Moskau ausgeht. Wir haben unsere Augen und Münder geschlossen, es ist nicht unser Fehler." Eine andere Karikatur nimmt den Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, aufs Korn.

In der kommenden Ausgaben der Satirezeitschrift wollen sich die Macher mit der russischen Opposition befassen. Saborowski schloss zwar nicht aus, dass sich die Zeichner künftig auch Putin widmen könnten. "Aber es gibt Grenzen", betonte er. (APA, 21.4.2015)

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