Zukunft der Pflege: Nur Puzzleteile

Kommentar21. April 2015, 17:51
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Warnungen vor Überlastung des Pflegesystems in Österreich sind ernstzunehmen

Man kennt das ja schon. Dass das Pflegesystem in Österreich bald überlastet sein werde, davor warnen Hilfsorganisationen jedes Jahr. Klar verfolgen besagte NGOs als Anbieter von Pflegedienstleistungen auch eigene Interessen. Trotzdem sind diese Warnrufe ernst zu nehmen. 457.000 Menschen sind eine große Zahl. So viele Personen beziehen in Österreich Pflegegeld - und 10.000 Pflegebedürftige dürften jährlich dazukommen.

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) beschwichtigt, für die nächsten Jahre habe der Bund finanziell vorgesorgt. So soll etwa der Pflegefonds bis 2018 verlängert und aufgestockt werden. Da müssen dann aber auch die Länder und Gemeinden mitspielen, die in den Topf mit einzahlen.

Und hier ist auch schon ein Teil des Problems: Die Zuständigkeit wird nicht nur durch den Föderalismus aufgesplittet. Zur Qualität bei der mobilen Betreuung, die durch selbstständige Betreuer erfolgt, erarbeitet zum Beispiel eine Arbeitsgruppe in der Wirtschaftskammer Maßnahmen, federführend ist das Wirtschaftsministerium. Die Frage, wie Pflegeberufe attraktiviert werden können, leitet man im Sozialressort an die Sozialpartner weiter. Und wie die Ausbildung zur Hauskrankenpflege, wie mehrmals angekündigt, verbessert werden kann, das sei im Gesundheitsministerium zu erfragen. Diese Zersplittung sorgt dafür, dass es auf Fragen zur Zukunft der Pflege oft nur kleine Antwortpuzzleteile gibt. (Gudrun Springer, DER STANDARD, 22.4.2015)

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