ORF: Feuerwehr bemängelte Kunst-Stücke im Foyer als Sicherheitsrisiko

22. April 2015, 07:07
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Landesdirektor Klement: Feuerwehr habe "Mahnmal" bei Einsatz entdeckt und gewarnt

Dornbirn/Wien - Vorarlbergs ORF-Landesdirektor Markus Klement will Eva Blimlingers Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen, er habe "gegen die Freiheit der Kunst" gehandelt und dafür gar auf die Feuerwehr zurückgegriffen. Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste und Mitglied des ORF-Publikumsrats, hat sich beim ORF-General über Klement beschwert.

Der Vorwurf Klement habe verhindert, ein Kunstwerk im Rahmen einer Ausstellungreihe im Dornbirner Funkhaus aufstellen zu lassen. Der Künstler, Matthias Klien, habe daraufhin Teile seiner Skulptur als "Mahnmal gegen Zensur" ins ORF-Foyer gelegt. Klement habe die Teile dann, flankiert mit "bestellten Einsätzen" (Blimlinger) von Feuerwehr und Polizei, abtransportieren lassen.

Der Direktor zu Atompilz, Kältetod und Zensur

Der ORF übermitelte dem STANDARD nun eine Stellungnahme Klements zu den Ereignissen. Er schildert die Geschichte von Atompilz, Kältetod, Zensur, Feuerwehr und ORF so:

"Am 9. Jänner 2015 habe ich mit unserer Kultur-Koordinatorin Mag. Jasmin Ölz und unserer Kuratorin Mag. Carina Jielg die Ausstellungen 2015 unserer Reihe 'Kunst im Funkhaus' esprochen, auch jene von Matthias Klien mit dem Titel 'Kältetod'. Diese wurde mir als reine Bilderausstellung vorgelegt und war auch so besprochen.

Am 16. März 2015 erhielt ich über Mail die Information, dass auch ein 4,5 m hoher und 4,5 m breiter 'Atompilz' aus Aluminiumrohren mitten im Foyer aufgestellt werden sollte.

Nachdem mir sowohl von unserem technischen Leiter Bernhard Garber sowie unserem technischen Projektmanager Ing. Anton Schwärzler abgeraten wurde, die Skulptur aufzustellen, habe ich das Aufbauen per Mail am 21. März 2015 nicht genehmigt.

Bei der Ausstellungseröffnung am 7. April 2015 sagte der Künstler öffentlich, dass ich der 'Kunst ihre Freiheit' verwehrt hätte und hat die Bestandteile der Skulptur wie ein Mahnmal in der Mitte des Foyers im Landesfunkhaus aufstellen und mit schwarzem Absperrband abgrenzen lassen.

Am 8. April 2015 gab es eine (versehentliche) Auslösung eines Brandalarms im Landesfunkhaus, worauf Beamte der Stadtpolizei und Männer Freiwilligen Feuerwehr Dornbirn im Gebäude waren, die die mittig im Foyer abgelegten Gegenstände gesehen und dann per Schreiben an mich als Sicherheitsrisiko bemängelt haben.

Daraufhin habe ich aufgrund dieser Empfehlungen im Sinne der Sicherheit für Mitarbeiter und Besucher umgehend die Entfernung der in der Mitte des Foyers befindlichen Gegenstände angeordnet und die Sicherheitskräfte darüber informiert." (red, derStandard.at, 22.4.2014)

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