Pflegegeld im Schnitt ab 77 Jahren

21. April 2015, 17:54
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Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) sieht keinen Pflegenotstand, vor dem NGOs warnten

Wien - Rund 77 Jahre ist ein Mensch im Durchschnitt alt, wenn er in Österreich erstmals Pflegegeld bezieht, hieß es Dienstagnachmittag auf Nachfrage aus dem Sozialministerium. Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin des Seniorenbundes, hatte zuvor kritisiert, dass nicht einmal "das durchschnittliche Pflegegeldanfallsalter" in Österreich veröffentlicht werde. Korosec forderte von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) zudem "eine Strukturreform der Pflegesachleistungen" sowie eine Vereinheitlichung der Tarife für Heimplätze.

Anlass für die Kritik waren Worte Hundstorfers in einem Interview des Ö1-Morgenjournals gewesen. Darin hatte er beschwichtigt, dass für die nächsten Jahre beim Bund für Pflege finanziell vorgesorgt sei, etwa durch die Verlängerung des Pflegefonds bis 2018. Auch langfristig gebe es zudem Lösungen gegen einen Pflegenotstand.

547.247 Bezieher im Februar

Am Montag hatten Hilfsorganisationen gewarnt, dass nun jährlich die Zahl der Pflegebedürftigen um rund 10.000 Personen steigen dürfte. Im Februar 2015 bezogen laut Sozialressort genau 547.247 Personen Pflegegeld (darunter fallen auch Beiträge für pflegebedürftige Kinder). Vom Antrag bis zur Zuordnung des Pflegegeldbezugs dauert es laut Ministerium 61 Tage.

Derzeit werden laut Hilfswerk 85 Prozent der pflegebedürftigen Menschen zu Hause betreut, davon rund fünf Prozent mithilfe von 24-Stunden-Betreuung. 25 Prozent nehmen mobile Dienste und etwa 55 Prozent ausschließlich die Hilfe Angehöriger in Anspruch. Aktuell beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe in der Wirtschaftskammer mit die Betreuung durch 24-Stunden-Kräfte betreffenden Qualitätsfragen und der Frage, wie Maßnahmen zur Erhöhung der Transparenz und zur Effizienzsteigerung umgesetzt werden können. (spri, DER STANDARD, 22.4.2015)

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