Mister Bee und Mister Lee kicken um AC Milan

22. April 2015, 07:00
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Die Berlusconis wollen den Traditionsklub nach Asien verkaufen. Wer den Zuschlag bekommt, soll noch im April feststehen

Der chinesische Unternehmer Richard Lee und der thailändische Banker Bee Tachaubol kämpfen um die Mehrheit beim Mailänder Fußballverein AC Milan. Noch im April soll die Entscheidung fallen, wer zum neuen Großaktionär des einst glorreichen, nun aber auf Platz neun der Nationalliga degradierten Mailänder Klubs avanciert. In den letzten Jahren kam Milan in der Serie A und im Europacup nicht mehr mit.

Sicher ist, dass Expremier Silvio Berlusconi nach 30 Jahren den Ball abgeben will. "Wir blicken mit großem Interesse auf den chinesischen Markt", ließ Berlusconis Tochter, AC-Milan-Geschäftsführerin Barbara Berlusconi, wissen.

Dies deutet darauf hin, dass die Berlusconis, die über Fininvest 65 Prozent von AC Milan kontrollieren, Bieter Lee aus Hongkong den Vorrang geben könnten. Die Frage ist jedoch, ob nicht Mr. Bee finanzkräftiger ist. Berlusconi selbst bewertete seinen Fußballklub einst mit 1,2 Milliarden Euro, "Forbes" nur mit 748 Millionen Euro. Branchenexperten unken, der Klub wäre nur mehr 500 Mio. wert. AC Milan weist nicht nur Schulden von 252 Millionen Euro und ein Bilanzdefizit von 90 Millionen Euro auf. Auch will der Traditionsverein demnächst um geschätzte 300 Millionen Euro ein eigenes Stadion auf dem ehemaligen Mailänder Messegelände Portello bauen. Last but not least müssen die neuen Eigentümer neue Spieler kaufen, um den Klub auf Trab zu bringen. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, 22.4.2015)

  • So, wie es aussieht, geben Expremier Silvio Berlusconi und seine Tochter Barbara die Dressen des AC Milan noch im April ab.
    foto: epa / mourad balti touati

    So, wie es aussieht, geben Expremier Silvio Berlusconi und seine Tochter Barbara die Dressen des AC Milan noch im April ab.

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