"Kirby und der Regenbogen-Pinsel" im Test: Wunderschöne Verschwendung

Rezension8. Mai 2015, 09:23
18 Postings

Das Abenteuer in Knetoptik überzeugt mit spaßigem Gameplay, nutzt die Möglichkeiten der Wii U aber nicht aus

In "Kirby und der Regenbogen-Pinsel" bewegt sich das putzige Kugelwesen im Gegensatz zu den Jump 'n Run-Ablegern der Serie nicht zu Fuß voran, sondern rollt an Pinselstrichen entlang, die auf dem Wii U GamePad gezeichnet werden. Warum er plötzlich die Fähigkeit zu laufen verloren hat, wird nicht erklärt, ebenso muss es als gegeben hingenommen werden, dass die Farben in Kirbys Welt gestohlen wurden und er sie nun aus einer anderen Dimension zurückbringen will. Sinn macht das alles nicht, doch das hielt Nintendo noch nie davon ab, unterhaltsame Spiele zu entwickeln.

nintendo
bild: kirby und der regenbogen-pinsel

Überraschend fordernd

"Kirby"-Spiele konzentrieren sich im Allgemeinen auf das Erforschen der Welt in nicht allzu anspruchsvollen Levels, wobei die Herausforderung darin besteht, alle Sammelobjekte zu entdecken. Nicht so in "Kirby und der Regenbogen-Pinsel", denn durch die indirekte Steuerung von Kirby erschwert sich die Navigation zwischen Abgründen und Gegnern mitunter sehr. Glücklicherweise funktioniert die Eingabe via Touchscreen auf dem GamePad genau und unkompliziert und bereits gezogene Linien können ganz einfach gelöscht werden, indem eine überlappende gezeichnet wird. Die Zahl und Länge der Pinselstriche wird mit vorhandener Farbe begrenzt, die sich laufend regeneriert, solange sie nicht komplett erschöpft ist. Ist der Vorrat aufgebraucht, kann es über einem Abgrund oder in der Nähe von starken Gegnern das virtuelle Ableben bedeuten.

bild: kirby und der regenbogen-pinsel
bild: kirby und der regenbogen-pinsel

Verwandlungskünstler

Kirby wird in bestimmten Levels zur Rakete, U-Boot oder Panzer, was die Spielmechaniken verändert und für Abwechslung sorgt. Mit den Pinselstrichen wird nicht mehr Kirby gesteuert, sondern etwa Torpedos des U-Boots in die Richtung von Gegnern umgeleitet oder dem Panzer mittels einer Rampe auf höher gelegene Plattformen geholfen. Kirby kann keine Gegner einsaugen, aber den sogenannten "Sternspurt" einsetzen. Nachdem 100 Sterne gesammelt wurden, kann diese Spezialattacke ausgeführt werden, die jedes Hindernis in Sicht zerstört.

"Kirby und der Regenbogen-Pinsel" ist in einer putzigen Knetoptik gehalten, die auf der Wii U-Version allerdings nicht voll zur Geltung kommt. Statt die schön gestalteten Welten auf dem Fernseher genießen zu können, bleibt der Blick ständig auf das GamePad geheftet, dessen Bildschirm der bezaubernden Grafik bei Weitem nicht gerecht wird. Das Spielprinzip an sich würde gut zum 3DS passen, wie auch der geistige Vorgänger "Kirby: Power-Malpinsel" auf dem Nintendo DS beweist. Die mit viel Liebe zum Detail gestalteten Welten hätten es verdient gehabt, in hoher Auflösung mit guter Farbdarstellung auf dem Fernseher erlebt zu werden. Anstatt die Möglichkeiten der zwei Bildschirme auszunutzen, beschneidet sich das Spiel damit selbst.

bild: kirby und der regenbogen-pinsel
bild: kirby und der regenbogen-pinsel

Amiibo-Integration

Besitzer von Kirby-, King Dedede- oder Meta Knight-Amiibo können diese jeweils einmal am Tag einsetzen, um einen Bonus für die Dauer eines Levels zu erhalten. King Dedede und Meta Knight haben nur geringen Einfluss und gewähren leicht erhöhte Lebensenergie und eine stärkere Attacke. Der Kirby-Amiibo ist allerdings viel zu stark und erlaubt es, den Sternspurt unbegrenzt in einem Level zu nutzen. Selbst Bosskämpfe werden damit lächerlich einfach und verlieren jedes Maß an Herausforderung.

Fazit:

"Kirby und der Regenbogen-Pinsel" erlaubt sich einige Ausrutscher wie doppelt benutzte Bosse und die Vergeudung der optischen Brillanz auf dem GamePad, bietet im Allgemeinen aber ein rundes Gesamtpaket. Erfreulich ist, dass es sich hier um ein "Kirby"-Spiel handelt, das sich traut, auch erfahrene Spieler ein wenig zu fordern. Zugeständnisse wurden allerdings trotzdem gemacht: Im Mehrspielermodus können sich bis zu drei weitere Teilnehmer als Waddle Dees in Jump 'n Run-Manier fortbewegen und sind nicht an die Pinselmechanik gebunden, was das Spiel erheblich erleichtert. Zudem können Level nach mehrmaligem Ableben einfach übersprungen werden. (Lukas Urban, 8.5.2015)

"Kirby und der Regenbogen-Pinsel" ist ohne Altersbeschränkung für Wii U. UVP: 39,99 Euro.

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Das Testmuster zu "Kirby und der Regenbogen-Pinsel" wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

Link

Nintendo

Share if you care.