Experiment aus dem 3D-Drucker: Forscher druckten künstliche Blüten

21. April 2015, 12:06
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Für einen Versuch mit Nachtfaltern

Mit 3D-Druck werden bereits viele Dinge produziert, zum Beispiel medizinische Implantate oder Autos. Nun druckten sich US-Biologen sogar ihr Experiment selbst: Für einen Versuch mit Nachtfaltern fertigten sie Modelle von Blüten an.

Schon seit dem Begründer der Evolutionstheorie, Charles Darwin, möchten Biologen wissen, wie die Form von Blüten von bestäubenden Insekten geformt wurde. Doch das ist recht schwierig zu erforschen: Forscher haben es mit gezielter Pflanzenzucht und mit zeitaufwendig, von Hand geformten Pappmaschee-Blüten versucht, wie es in einer Mitteilung zur Studie heißt.

Blütenformen

Beides limitiert aber klar die Zahl der Blütenformen, die untersucht werden können. Die Forscher um Eric Campos von der Universität von Washington in Seattle wollten dies bei Nachtfaltern aus der Gruppe der Schwärmer - berühmt durch den Film "Das Schweigen der Lämmer" - erforschen.

Mit dem 3D-Drucker erzeugten sie eine Reihe von Plastikblüten, deren mathematisch errechnete Form von trompetenförmig gebogen bis zur flachen Scheibe mit einem Loch in der Mitte variierte. Diese Blüten befestigten sie auf einem Gitternetz in einem Käfig und füllten sie mit Zuckerwasser. Dann ließen sie Tabakschwärmer (Manduca sexta) frei umherfliegen und maßen, wie viel Zuckerwasser die Falter trinken konnten.

"Functional Ecology"

Schon ein geringes, trompetenförmiges Abweichen von der Scheibenform machte es den Faltern deutlich leichter, an den "Nektar" zu kommen, berichten die Forscher im Fachjournal "Functional Ecology". Sie schließen daraus, dass sich die Tiere eher durch Berührung an der Gestalt der Blüte orientieren statt visuell.

"Indem wir die Blütenform mathematisch variieren können, lassen sich die Rollen von kleinen, aber wichtigen Unterschieden in der Blütenform unterscheiden", erklärt Campos die Vorteile der Methode. Der 3D-Druck könne das Verständnis von Pflanzen-Bestäuber-Wechselwirkungen revolutionieren, schätzt der Biologe. (APA, 21.4. 2015)

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