Die zehn größten Videospiel-Konzerne der Welt

Ansichtssache22. April 2015, 09:25
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Die Großverdiener kommen mehrheitlich aus den USA, doch wer thront an der Spitze?

Die Videospielindustrie befindet sich im Wandel. Nicht nur verlagert sich der Markt immer weiter in Richtung mobiler Unterhaltung auf Smartphones und Tablets und zu neuen Geschäftsmodellen wie Free2Play, auch innerhalb traditioneller Sparten wie dem Konsolenmarkt schreitet ein Wandel voran.

Das Marktforschungsunternehmen Newzoo (via Gameindustry) hat die Veränderungen zwischen den Finanzjahren 2013 und 2014 anhand der zehn Top-Verdienern der Gamesbranche festgehalten. Verglichen wurden ausschließlich Einkünfte, die durch Gaming-Produkte und Videospielverkäufe erzielt wurden. Fünf der führenden zehn Konzerne kommen übrigens aus den USA, zwei aus Japan, zwei aus Europa und einer aus China.

foto: ap photo/jae c. hong

Platz 10: Ubisoft

Der französische Hersteller Ubisoft konnte seine Umsätze von 2013 auf 2014 dank starker Verkäufe seiner Kern-Franchises wie "Assassin's Creed" und dem Neuzuwachs "Watch Dogs" um 33 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar verbessern. 2015 will der Konzern mit "The Division" eine neue Marke etablieren.

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Platz 9: Nintendo

Nintendo musste im vergangenen Jahr ein Minus von 13 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar hinnehmen und rutschte damit weiter ab. Die strauchelnden Verkäufe der Wii U und die schwächere Nachfrage nach Gaming-Handhelds machen dem Konzern zu schaffen. Mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen und der Ankündigung, ab Ende 2015 Spiele für Smartphones und Handhelds herausbringen zu wollen, sorgte man zuletzt jedoch für einen regelrechten Freudensprung bei den Anlegern.

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Platz 8: King

Der britische Hersteller von Mobile-Hits wie "Candy Crush" profitiert weiter stark vom Marktaufschwung und setzte vergangenes Jahr rund 2,3 Milliarden Dollar um. Der 2002 gegründete Konzern erfreut sich bei etwa 400 Mitarbeitern zudem einer enorm hohen Gewinnmarge. Das Wachstum ist ebenso erstaunlich: 2010 lagen die Einnahmen noch unter 60 Millionen Dollar.

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Platz 7: Google

Eine Sonderstellung nehmen Platz 7 und Platz 6 ein. Denn sowohl der Internetkonzern Google als auch Apple profitieren hauptsächlich indirekt von Videospielen und zwar von den Verkäufen über den Google Play Store und den iTunes App Store. Google legte hier satte 89 Prozent im Jahresvergleich zu und kommt bereits auf einen Umsatz von 2,6 Milliarden Dollar.

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Platz 6: Apple

Apple ist wie Google kein Game-Hersteller, profitiert aber dank satter Kommissionen enorm von dem Markt. 2014 legte man bei den Spielverkäufen für iPhone und iPad ebenfalls deutlich zu (35 Prozent) und konnte seinen Vorsprung zu Google mit Gesamteinnahmen von 3,2 Milliarden Dollar verteidigen. Zahlen, die die Macht der beiden Mobile-Kolosse bei Videospielen unterstreicht.

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Platz 5: Activision-Blizzard

Mit dem erfolgreichen Start der neuen Sci-Fi-Shooter-Saga "Destiny" sowie den Dauerbrennern von "Call of Duty" bis "World of WarCraft" ist Activision-Blizzard eine der tragenden Säulen der Industrie. Vergangenes Jahr gab es ein leichtes Umsatzminus von 4 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar. Und, erstmals seit vielen Jahren, ist man 2014 wieder hinter den Erzrivalen EA zurückgefallen.

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Platz 4: Electronic Arts

Nach einigen turbulenten Jahren inklusive Führungskräftewechsel scheint EA wirtschaftlich wieder auf dem richtigen Kurs zu sein. Der Umsatzanstieg von 22 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar 2014 ist guten Verkäufen der Blockbuster-Serien "FIFA", "Madden NFL" sowie "Dragon Age" und dem Neuzuwachs "Titanfall" sowie der Fokussierung auf wenigere, dafür populärere Marken zu verdanken. Große Hoffnungen wird ab Ende 2015 in die Kooperation mit Disney gelegt. Für die nächsten 10 Jahre werden "Star Wars"-Games exklusiv aus dem Hause EA kommen.

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Platz 3: Microsoft

Konsolen, Spiele und Gaming-Dienste bringen dem US-Konzern viel Geld ein. Von 2013 auf 2014 gab es ein leichtes Umsatzwachstum von drei Prozent auf 5,0 Milliarden Dollar. Wenngleich Analysten und Anleger von der bisherigen Nachfrage nach der Xbox One nicht begeistert sind, will das Unternehmen mit dem neuen Xbox-Chef Phil Spencer seine Gaming-Bestrebungen weiter intensivieren und künftig auch den PC wieder stärker unterstützen.

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Platz 2: Sony

Mit der PlayStation 4 hat der schwer angeschlagene Elektronikkonzern nach langer Zeit wieder einen absoluten Kassenschlager abgeliefert. Das schlägt sich in den Zahlen nieder: 2014 legten die Videospieleinnahmen 27 Prozent auf 6,0 Milliarden Dollar zu. Während sich die PS4 zum dominierenden System am Konsolenmarkt entwickelt, erfreut sich das Unternehmen an wachsenden Einnahmen durch den Gaming-Dienst PSN. Anfang 2016 soll mit Project Morpheus für PS4 der Einstieg ins Virtual-Reality-Geschäft erfolgen.

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Platz 1: Tencent

An der Spitze thront der chinesische Internet-Gigant Tencent, der mit seinen vorwiegend für den asiatischen Markt zugeschnittenen Online-Games hunderte Millionen Menschen unterhält. 2014 gelang ein Umsatzwachstum von 37 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar mit Games. Für die meisten westlichen Spieler weitgehend unbekannt, investiert der Konzern seit geraumer Zeit fleißig in amerikanische und europäische Unternehmen. So gehört Tencent fast 93 Prozent von "League of Legends"-Hersteller Riot Games, fast 50 Prozent von "Unreal"-Schöpfer Epic Games sowie 12 Prozent von Activision Blizzard. (Zsolt Wilhelm, 22.4.2015)

Dem Autor auf Twitter folgen: @ZsoltWilhelm

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