Air Berlin steigt aus EU-Verband AEA aus

21. April 2015, 11:14
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Konflikt im Umgang mit Emirates, Etihad und Co

Wien/Berlin/Brüssel - Nach Iberia und British Airways kehrt nun auch die Niki-Mutter Air Berlin der Association of European Airlines (AEA) den Rücken. Die Mitgliedschaft sei am Dienstag gekündigt worden, teilte Air Berlin mit. Innerhalb des europäischen Luftfahrtverbandes schwelt ein Konflikt im Umgang mit den stark expandierenden Golf-Airlines Emirates, Etihad und Co.

"Wir sehen keine Zukunft in einer protektionistischen Luftverkehrspolitik in Europa. Im Gegenteil: die Liberalisierung zwischenstaatlicher Abkommen wird eine weitere Konsolidierung sowie neue, innovative Geschäftsmodelle fördern, und somit allen Fluggästen zu Gute kommen. Mit ihrer aktuellen Ausrichtung und Interessensvertretung kommt die AEA diesen Ideen nicht nach, sondern lässt sich von Fluggesellschaften treiben, die eine neue Mauer um Europa bauen wollen", erklärte der Chef von Air Berlin, Stefan Pichler, in der Aussendung.

AUA ortet unfairen Wettbewerb

Pichler meint damit Fluggesellschaften wie die AUA-Mutter Lufthansa oder Air France-KLM, die seit längerem vor den arabischen Airlines warnen. AUA und Lufthansa orten einen unfairen Wettbewerb und intervenieren daher gegen die Flugrechte der Golfcarrier in Europa. Emirates, Etihad und Qatar Airways würden mit deren Mega-Airports in Dubai, Abu Dhabi und Doha massiv Passagiere abziehen.

Mit Ende März hatten bereits Iberia und British Airways die AEA verlassen. Deren gemeinsame Holding, die International Airlines Group (IAG), habe keine Probleme mit den Mitbewerbern vom Arabischen Golf. Qatar Airways hält seit Jahresbeginn knapp 10 Prozent an der IAG. Bei Air Berlin ist Etihad mit fast 30 Prozent beteiligt, die Finanzspritzen der Scheichs halten die Niki-Mutter derzeit in der Luft.

Air Berlin will sich auch nach dem Ausstieg aus der AEA weiterhin auf europäischer Ebene in der Luftverkehrspolitik engagieren. Man werde nun mit eigenen Initiativen in Brüssel aktiv werden, teilte die deutsche Fluglinie mit. (APA, 21.4.2015)

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