Iran: Spionageprozess gegen US-Journalist

20. April 2015, 17:36
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"Washington Post"-Korrespondent Jason Rezaian ist seit Juli inhaftiert

Teheran - Der seit Juli im Iran inhaftierte Korrespondent der "Washington Post", Jason Rezaian, muss sich wegen "Spionage" und "Zusammenarbeit mit feindlichen Regierungen" vor Gericht verantworten. Das teilte seine Anwältin Leila Ahsan am Montag der Nachrichtenagentur AFP mit. Sie fügte hinzu, "gesicherte Beweise" für die Beschuldigungen gebe es nicht.

Rezaian war am 22. Juli 2014 in seinem Haus in Teheran festgenommen worden - zusammen mit seiner ebenfalls als Journalistin tätigen Ehefrau Yeganeh Salehi, die mittlerweile wieder auf freiem Fuß ist. Ihm wird nach Angaben seiner Anwältin zur Last gelegt, vertrauliche Informationen und Propaganda gegen die Islamische Republik Iran gesammelt zu haben. Ahsan sagte, ihr Mandant habe "keinen direkten oder indirekten Zugang" zu vertraulichen Informationen gehabt.

Die Anwältin äußerte sich nach dem ersten Treffen mit Rezaian, seit sie das Mandat zu dessen Verteidigung übernahm. Zuvor hatte der hohe Justizbeamte Gholamhossein Esmaili erklärt, das Dossier gegen den 39-jährigen Rezaian, der die iranische und die US-Staatsbürgerschaft besitzt, sei "umfangreich" und enthalte "verschiedene Aspekte". Washington hat wiederholt gefordert, Rezaian umgehend freizulassen. (APA, 20.4.2015)

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