ÖH-Wahl: Roter Stimmenfang mit Dosenravioli

Video21. April 2015, 05:30
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Der VSStÖ setzt im Wahlkampf auf soziale Themen und fordert unter anderem Mietobergrenzen

Wien- Mit Dosenravioli, abgepackten Tortellini und Baked Beans lassen sich doch einige Studenten an den Wahlkampfstand locken. Lucia Grabetz, Spitzenkandidatin des Verbands Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) verteilt das Fertigessen vor der Universität Wien anlässlich der Wahlen der Österreichischen HochschülerInnenschaft vom 19. bis 21. Mai. "Weil den Studierenden am Ende des Monats kaum noch Geld für Essen übrig bleibt", ist die Erklärung, die Grabetz den Studierenden gibt, wenn sie ihnen das Essen in die Hand drückt.

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Lucia Grabetz im Video über ihre Wunschkoalition und ihr Vorbild Käthe Leichter.

Der VSStÖ konzentriert sich im Wahlkampf auf soziale Themen. Die roten Studierendenvertreter fordern etwa die Anpassung der Studienbeihilfen an die Höhe der Mindestsicherung. Bei der ÖH-Wahl 2013 hat der VSStÖ mit 17 Prozent den dritten Platz erreicht, die Fraktion ist aktuell im ÖH-Vorsitz vertreten.

foto: standard/fischer
Grabetz (rechts) will sich vor allem für die Wiedereinführung der Heimförderung einsetzen.

Grabetz nennt als eine ihrer wichtigsten Forderungen die Wiedereinführung der Förderung für Studierendenheime. Der VSStÖ will zudem generelle Mietobergrenzen. Dass dies nicht in die Kompetenzen der ÖH fällt, stört Grabetz dabei nicht. "Wir setzen uns für die Interessen der Studierenden ein, und teure Mieten sind für sie ein großes Problem."

Von den vielen anderen linken Fraktionen innerhalb der ÖH würde sich der VSStÖ vor allem dadurch unterscheiden, dass er an jeder Universität Sozialberatung anbiete, sagt Grabetz. "Die Anliegen, die Studierende hier vorbringen, sind die Basis für unsere Politik. Wir haben viel Know-how." Dass sie mit ihren Forderungen richtig liege, würde sie vor allem im Wahlkampf merken, wenn Studierende ihr die Probleme nennen, auf die sie Antworten aus dem Programm geben kann.

foto: standard/fischer
Die Raviolidosen werden mit den VSStÖ-Botschafte überklebt.

Die niedrige Wahlbeteiligung bei ÖH-Wahlen merkt man auch am Stand des VSStÖ. Eine Skandinavistik-Studentin nimmt sich gleich mehrere Packungen Tortellini. Vom Standard dazu befragt, ob sie zur Wahl gehen werde, gesteht sie, dass sie darüber eigentlich noch nichts wisse. "Wahrscheinlich sollte ich mir das einmal genauer anschauen", sagt sie. Zwei Jus-Studenten sind eigentlich nur wegen der Kulis hier. "Wählen gehe ich nur, wenn ich zufällig auf der Uni bin", sagt einer von ihnen. Er sei mit seinem Studium sowieso zufrieden. (Lisa Kogelnik, DER STANDARD, 21.4.2015)

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