Weitere 300 Tote bei Schiffsunglück befürchtet

20. April 2015, 13:31
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Flüchtlingsschiff mit 300 Menschen sank, während Hilferuf in Rom einging

Genf – Im Mittelmeer ist laut Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) am Montag erneut ein Flüchtlingsschiff mit hunderten Menschen gekentert. Ein Hilferuf ging im Rom-Büro der Organisation ein. "Der Anrufer sagte, dass mehr als 300 Menschen auf seinem Boot sind und dieses bereits sinkt." Es gebe "mindestens 20 Tote". Die IOM alarmierte die Küstenwache.

IOM-Vertreter schrieben auf Twitter, dass sich aktuell drei Boote in Seenot befinden. Italiens Regierungschef Matteo Renzi bestätigte am Montagnachmittag nach einem Treffen mit Maltas Premierminister Joseph Muscat: "Ein Schlauchboot befindet sich etwa 30 Seemeilen (55 Kilometer) vor Libyen, mit 100 bis 150 Menschen an Bord. Ein weiteres Schiff ist etwas größer mit 300 Menschen", so Renzi. Auch ein drittes Boot habe um Hilfe gebeten.

Küstenwache bereits im Einsatz

Erst am Sonntag waren nach einem Schiffsunglück im Mittelmeer vermutlich bis zu 900 aus Afrika kommende Flüchtlinge ertrunken. Alle Einsatzkräfte der Küstenwache seien an der Bergung dieses Kutters beteiligt, weshalb es derzeit an Mitteln mangele, nach den anderen Schiffen zu suchen, teilte die IOM weiter mit. "Die Küstenwache wird vermutlich Handelsschiffe zu dem kenternden Boot schicken", hieß es bei der IOM. Allerdings weigerten sich einige kommerzielle Schiffe, bei der Rettung zu helfen.

Am Montag wurden unabhängig davon bei einem neuerlichen Unglück vor der Mittelmeerinsel Rhodos nach Angaben der griechischen Küstenwache mindestens drei Menschen getötet. 83 Menschen wurden gerettet.

EU-Politiker riefen indessen dazu auf, Lösungen im Umgang mit den Flüchtlingsströmen zu erarbeiten, um Tragödien dieses Ausmaßes zu verhindern. (APA/AFP/red, derStandard.at, 20.4.2015)

  • Nach dem Untergang eines Schiffes mit 950 Flüchtlingen kam es am Montag zu weiteren Schiffsunglücken im Mittelmeer. Im Bild: Fischer fahren am Montag neben Wrackteilen eines Flüchtlingsbootes vorbei, das in der Nähe der Mittelmeerinsel Rhodos auf Grund gelaufen ist. Drei Menschen starben.
    foto: ap/nikolas nanev

    Nach dem Untergang eines Schiffes mit 950 Flüchtlingen kam es am Montag zu weiteren Schiffsunglücken im Mittelmeer. Im Bild: Fischer fahren am Montag neben Wrackteilen eines Flüchtlingsbootes vorbei, das in der Nähe der Mittelmeerinsel Rhodos auf Grund gelaufen ist. Drei Menschen starben.

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