Forscher der TU Wien entwickelten Energiespar-Asphalt

25. April 2015, 17:50
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Neue Rezeptur ermöglicht Verarbeitung von Gussasphalt bei deutlich niedrigeren Temperaturen als bisher

Wien - Mit einfachen Änderungen bzw. Beimengungen lässt sich beim Asphaltieren signifikant Energie sparen. Wissenschafter der Technischen Universität (TU) Wien haben gezeigt, dass Gussasphalt durch den Einsatz runder Steine und die Zugabe von Wachs bei deutlich niedrigeren Temperaturen verarbeitet werden kann.

Gussasphalt muss auf 220 bis 250 Grad Celsius erhitzt werden, damit er flüssig genug ist, um auf Straßen verarbeitet zu werden. Die Energie, die allein in Österreich jährlich für die Asphaltproduktion benötigt wird, entspricht nach Angaben der TU der Jahresproduktion eines mittleren Flusskraftwerks.

Weniger belastende Dämpfe

Während für Walzasphalt kantige Körner verwenden werden müssen, damit sie sich beim Verdichten mit schweren Maschinen ineinander verzahnen und für die nötige Stabilität sorgen, hat Gussasphalt auch bei Verwendung runder Steine dieselben Festigkeitseigenschaften, fanden die Techniker vom Institut für Verkehrswissenschaften heraus. Allerdings fließt der Baustoff mit Rundkörnern besser und muss daher nicht so hoch erhitzt werden. Zudem sind die runden Steine billiger als das bisher verwendete Kantkorn.

Die Wissenschafter zeigten zudem, dass die Beimischung von Wachs das Fließverhalten von Gussasphalt verbessert. Der Baustoff lasse sich dadurch bereits bei Temperaturen deutlich unter 200 Grad Celsius verarbeiten. Dadurch sinke auch die für die Arbeiter belastenden Dämpfe und Aerosole um bis zu 80 Prozent, so TU-Forscher Bernhard Hofko.

Einsatz im Sommer

Nun werden umfangreiche Studien über die Haltbarkeit der unterschiedlichen Asphaltmischungen durchgeführt. Aufgrund der vielversprechenden Labormesswerte stehe aber bereits der nächste Schritt bevor: Gemeinsam mit Industriepartnern sei in diesem Sommer ein großtechnischer Einsatz der neuen Mischung geplant. (APA/red, derStandard.at, 25.4.2015)

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