Bisheriger Präsident Nordzyperns muss in die Stichwahl

20. April 2015, 10:50
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Amtsinhaber und Exbürgermeister treten gegeneinander an

Nikosia – Eine Stichwahl entscheidet in der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern über den neuen Präsidenten. Bei der Wahl am Sonntag erzielte nach Angaben der Wahlbehörden keiner der sieben Kandidaten die nötige Mehrheit von 50 Prozent der Stimmen, um bereits im ersten Durchgang gewählt zu werden.

Demnach werden am kommenden Sonntag der bisherige Amtsinhaber Dervis Eroglu, der auf 28,2 Prozent der Stimmen kam, und Nikosias Exbürgermeister Mustafa Akinci, der 26,9 Prozent erzielte, gegeneinander antreten. Rund 176.000 Einwohner Nordzyperns waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 62 Prozent. Auf den Sieger der Wahl wartet eine gewaltige Herausforderung: Nach mehr als 40 Jahren soll der neue Präsident die Türkische Republik Nordzypern aus der Isolation führen.

Zypern ist seit einem griechisch-zypriotischen Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Die 1982 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern wird nur von Ankara anerkannt. Die Republik Zypern trat 2004 der EU und der Eurozone bei. Völkerrechtlich ist die ganze Mittelmeerinsel Mitglied der Europäischen Union.

Einen UN-Plan zur Wiedervereinigung hatten die griechischen Zyprioten im April 2004 mehrheitlich abgelehnt, während die meisten türkischen Zyprioten dafür stimmten. Und so überwachen auch elf Jahre später weiterhin etwa tausend UN-Blauhelme die Waffenstillstandslinie, die durch Europas letzte geteilte Hauptstadt Nikosia verläuft. Im Norden der Insel sind zehntausende türkische Soldaten stationiert. (APA, 20.4.2015)

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