Zehn Tote bei Anschlag auf Unicef-Bus in Somalia

20. April 2015, 18:55
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Auch Täter soll für Uno gearbeitet haben

Mogadischu – Ein islamistischer Selbstmordattentäter in Somalia hat sich in einem Minibus des UN-Kinderhilfswerks Unicef in die Luft gesprengt und mindestens neun Menschen mit in den Tod gerissen. Die Opfer des Anschlags in der Stadt Garowe, der Hauptstadt des autonomen Bundesstaats Puntland, seien somalische und ausländische UN-Mitarbeiter, darunter auch Kenianer, sagte Polizeisprecher Mohamed Ali am Montag.

Der Täter habe offenbar auch für die UN gearbeitet, betonte der Polizeichef der Stadt, Ahmed Abdullahi Samatar Layli. Woher die anderen getöteten Ausländer stammten, war zunächst unbekannt. Weitere zehn Menschen seien verletzt worden. Die islamistische Terrororganisation Al-Shabaab bekannte sich zu der Tat.

Unicef sprach in einer ersten Stellungnahme von vier Toten und vier Schwerverletzten. Der Anschlag ereignete sich demnach, als die UN-Mitarbeiter auf dem normalerweise nur drei Minuten langen Weg von ihrem Gemeinschaftshaus zur Arbeit im UN-Gebäude waren. Die getöteten Kollegen seien ein integraler Bestandteil der Mission von Unicef vor Ort gewesen, um die Lebensbedingungen für Somalis zu verbessern, hieß es. Der UN-Beauftragte für Somalia, Nicholas Kay, sagte auf Twitter, er sei "schockiert und entsetzt" über den tödlichen Anschlag.

Anschläge gegen internationale Truppen

Ein Kämpfer von Al-Shabaab sagte einer der Gruppe nahestehenden Webseite zufolge, die meisten der zehn Toten seien Ausländer. Die Terrorgruppe bekämpft auch die internationalen Truppen, die versuchen, das seit mehr als zwei Jahrzehnten von Kriegswirren gezeichnete Land am Horn von Afrika zu stabilisieren.

Soldaten der internationalen Friedenstruppen Amisom gerieten am Montagmorgen im Süden Somalias in einen Hinterhalt. Dabei wurden laut einer Pressemitteilung drei Soldaten getötet. Al-Shabaab behauptete hingegen, ihre Kämpfer hätten zehn Soldaten getötet.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, hat seine Empörung über den Tod von UN-Mitarbeitern in Somalia ausgedrückt. "Die Männer und Frauen, die humanitäre Arbeit zum Leben erwecken, sind eine Inspiration für uns alle", sagte Ban am Montag in New York.

Die Terrorgruppe Al-Shabaab, die Verbindungen zur Extremistengruppe Al-Kaida hat, sorgt seit Jahren für Angst und Schrecken in Somalia. Auch die UNO, die die Regierung in Mogadischu beim Wiederaufbau nach mehr als 20 Jahren Krieg unterstützt, geriet immer wieder ins Visier der Extremisten. Anfang des Monats hatte die Miliz im benachbarten Kenia ein Massaker an der Universität Garissa angerichtet. Dabei wurden 148 Menschen getötet, darunter die vier Angreifer. (APA, 20.4.2015)

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