"Germany's next Topmodel", "Scouted": Gesunde Widerborstigkeit

19. April 2015, 20:03
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Einen Vertrag bekam Valenteena nicht. Was soll's. Mode ist ohnehin ein so schnelllebiges Business

Immer wieder in der Früh aus dem Bett zu steigen ist für viele schon "out-of-bed-challenge" genug. Ist man Model bei Heidi Klums Wettbewerbsshow "Germany's next Topmodel", wird einem um sechs Uhr morgens auch noch unangemeldet ins schlaftrunkene Gesicht geblitzt. Derlei rüdes Vorgehen hat den Zweck, den jungen Frauen die ungeschminkte Wahrheit vor Augen zu führen und sie daran zu erinnern, dass sie hier das Spielzeug sind. Für einen Kaugummi-Spot heißt es danach bauchfrei um muskulöse Motorradmänner herumzuscharwenzeln. Sie haben es so gewollt.

Eine aber ist sich nicht mehr so sicher und hat nun - wir schreiben die zehnte Episode in Staffel neun - genug vom Professionalitätsgefasel 16-Jährigen gegenüber. Den Moment des triumphalen Abgangs vor den Pacific-Palisades-Kulissen hat Laura aber verpasst. Sie wurde letztlich gegangen.

Mehr Chuzpe legte da am Samstagnachmittag auf Puls 4 Valenteena aus dem US-Reality-Format "Scouted" an den Tag. Das Mädchen wurde im Bundesstaat Utah aufgestöbert und nach New York zu einem Fototermin eingeladen. Der Vertrag mit einer Modelagentur winkt.

Doch so einfach ist das mit Valenteena nicht. Der Frisör will ihr die Haare schneiden: Nein. Vielleicht färben? Auch nicht. Beim Auftragen der Schminke schreit sie Aua. Das ausgewählte Haute-Couture-Kleid gefällt ihr auch nicht: "Ich hasse es so sehr!"

Es gibt sie noch, die gesunde Widerborstigkeit. Einen Vertrag bekam Valenteena freilich nicht. Was soll's. Mode ist ohnehin ein so schnelllebiges Business. Heidi Klum spricht deshalb auch strenges im Plusquamperfekt ("Du warst so supernatürlich gewesen"). (Margarete Affenzeller, DER STANDARD, 20.4.2015)

  • Modelmama: Heidi Klum.
    foto: ap photo/mark j. terrill

    Modelmama: Heidi Klum.

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