Haselsteiner: Essl Museum braucht Hilfe von Land oder Bund

19. April 2015, 12:59
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Industrieller hält 60 Prozent an Kunstsammlung

Klosterneuburg/Wien - Der Standort des Essl Museums in Klosterneuburg "ist nur dann aufrechtzuerhalten, wenn das Land und gegebenenfalls der Bund einen Beitrag leisten", erklärte Hans Peter Haselsteiner in der Tageszeitung "Kurier" (Sonntag-Ausgabe). Darin seien sich er und bauMax-Gründer Karlheinz Essl einig, so der Industrielle, der im Vorjahr mit seinem Einstieg bei der Kunstsammlung Essl deren Erhalt gesichert hat.

Haselsteiner hatte über seine Familien-Privatstiftung 60 Prozent an der Kunstsammlung Essls erworben, 40 Prozent blieben bei der Familie Essl. Zudem wurden 40 Kunstwerken aus der Sammlung im Oktober des Vorjahres im Londoner Auktionshaus Christie's versteigert. Der Erlös - die Auktion brachte rund 66 Mio. Euro - sollte teilweise für die Refinanzierung der Rettung der großen Kunstsammlung vor den Ansprüchen der Gläubigerbanken der angeschlagenen Baumarkt-Kette bauMax, teilweise zur Finanzierung des Betriebs des Essl Museums verwendet werden. Essl hatte nach dem Verkauf erklärt, "dass durch diesen Ertrag sowohl die Sammlung als auch das Museum langfristig abgesichert sind."

Sparsamer Betrieb

Nun sagte Haselsteiner, dass die bildungspolitische Aufgabe, die das Museum übernehme, "auch eine entsprechende öffentliche Beteiligung rechtfertigen müsste und sollte". Er geht davon aus, dass eine solche Unterstützung kommt. Dann könne auch der Museumsbetrieb - "vielleicht etwas sparsamer als jetzt, vielleicht mit einer Ausstellung pro Jahr weniger, vielleicht ohne Shuttle-Bus von der Albertina, vielleicht mit etwas weniger internationalem Austausch - so weitergeführt werden, wie es das Publikum jetzt gewohnt ist".

Im Zusammenhang mit den Plänen Niederösterreichs für eine neue Galerie des Landes in Krems wünscht sich Haselsteiner Kooperation und Koordination mit dem dann zweiten großen Museum für Nachkriegskunst: "Es wird nicht sinnvoll sein, in Krems etwas zu machen und nicht darauf zu achten, was die ein paar Kilometer entfernt in Klosterneuburg tun." Zudem sei er bestrebt, eine "Achse zum mumok zu knüpfen". (APA, 19.4.2015)

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