Jemen lehnt Irans Friedensplan ab

19. April 2015, 16:37
25 Postings

China will vermitteln - Khamenei: USA unterstützen Unterdrücker - 21 Tote bei Kämpfen im Süden

Teheran/Washington - Im Jemen zeichnet sich trotz neuer Initiativen weiter keine politische Lösung des Konflikts zwischen Regierung und den vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen ab. Die Regierung lehnte am Wochenende einen vom Iran vorgelegten Friedensplan ab. Es handle sei bei dem Vorstoß nur um ein "politisches Manöver", sagte Regierungssprecher Rajeh Badi der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Iran kritisierte die USA für seine Unterstützung der von Saudi-Arabien angeführten Luftangriffe auf die Houthis. Damit unterstützten die USA die Unterdrücker, sagte der oberste Führer, Ayatollah Ali Khamenei, vor Militärkommandeuren. Als Vermittler in dem Konflikt brachte sich China ins Spiel.

Feuerpause

Der Friedensplan des Iran sieht eine sofortige Feuerpause, ein Ende aller militärischen Angriffe, humanitäre Hilfe und den Aufbau einer Regierung der nationalen Einheit vor. Westliche Regierungen und arabische Diplomaten hatten sich aber zurückhaltend geäußert und erklärt, der Iran sei nicht neutral. Der Jemen und Saudi-Arabien werfen der Islamischen Republik Einmischung in jemenitische Angelegenheiten vor, um die Region zu dominieren. Der Iran weist das ebenso zurück wie den Vorwurf, den Houthi-Rebellen direkte militärische Hilfe zu gewähren.

Die schiitischen Houthi-Milizen haben die Kontrolle über weite Teile des Jemen übernommen. Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi hat sich ins benachbarte Saudi-Arabien abgesetzt. Das Königreich und andere sunnitische Staaten versuchen, mit Luftangriffen die Houthis zurückzudrängen.

Im Südwesten des Jemen lieferten einander Houthi-Rebellen und Anhänger von Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi auch in der Nacht zum Sonntag wieder schwere Gefechte. In Taes, der drittgrößten Stadt des Landes, wurden zehn Rebellen und vier Hadi-treue Kämpfer getötet, wie Ärzte und örtliche Behördenvertreter berichteten. Insgesamt soll es 21 Tote gegeben haben. Die Regierungstruppen erhielten dabei nach Angaben von Einwohnern Unterstützung durch die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die Stellungen der Houthis aus der Luft angriff.

Für die Zivilbevölkerung wird die Lage den Vereinten Nationen zufolge immer schlimmer. Etwa 7,5 Millionen Menschen benötigten Hilfe, 150.000 Menschen seien auf der Flucht. Im Zeitraum vom 19. März bis zum 13. April wurden fast 800 Tote registriert. Die tatsächliche Zahl dürfte aber viel höher liegen.

China pochte am Wochenende auf eine rasche politische Lösung und brachte sich als Vermittler ins Gespräch. Präsident Xi Jinping habe in einem Telefonat mit Saudi-Arabiens König Salman angeboten, in enger Abstimmung mit allen Konfliktparteien eine Resolution zur Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen vorzubereiten, teilte das chinesische Außenministerium mit. Alle Beteiligten sollten sich an die Entscheidungen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen halten und die Vorschläge des Golf-Kooperationsrates beherzigen, um eine rasche Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen.

China, das im Nahen und Mittleren Osten bisher keine führende politische Rolle einnimmt, ist auf Ölimporte aus der Region angewiesen. In den vergangenen Wochen haben zahlreiche Staaten wie China und Indien auch mit Hilfe ihrer Streitkräfte ihre Landsleute sowie Staatsbürger anderer Nationen aus dem Jemen in Sicherheit gebracht. Deutschland hatte am Freitag rund 100 Menschen ausfliegen lassen. (APA, 19.4.2015)

Share if you care.