Leitthema Industrie 4.0 beflügelt Hannover Messe im Ausland

17. April 2015, 15:50
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olitik auf der Messe stärker vertreten als sonst

Die radikalen Umwälzungen in der Industrie durch die zunehmende Digitalisierung beflügeln die Hannover Messe. Dank des Leitthemas der vernetzten Produktion von morgen (Industrie 4.0) hat sie diesmal so viele Besucher aus dem Ausland angezogen wie noch nie.

Viele Fachbesucher aus dem Ausland

Mit rund 70.000 Messegästen kam knapp ein Drittel der 220.000 Fachbesucher aus dem Ausland. Bei der letzten vergleichbaren Auflage im Jahr 2013 waren es insgesamt noch rund 217.000 Gäste - davon stammten etwa 47.500 aus anderen Ländern. Dies berichtete am Freitag das Vorstandsmitglied der ausrichtenden Deutschen Messe AG, Jochen Köckler, zum Abschluss der weltgrößten Industrieschau in Hannover.

Auf einem Karrierekongress für weibliches Führungspersonal wurde am Abschlusstag zudem deutlich, dass die Digitalisierung die Arbeitswelt umkrempeln wird und Frauen dabei auch neue Chancen bietet. "Die Digitalisierung kommt schnell und gewaltig", sagte der Chef des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI), Michael Ziesemer. Auch in der Arbeitswelt werde sie zu Veränderungen führen.

Die parlamentarische Staatssekretärin Caren Marks wies darauf hin, dass die digitale Welt Frauen gerade bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie neue Möglichkeiten eröffne. Marks, die Familienministerin Manuela Schwesig (beide SPD) in Hannover vertrat, forderte jedoch: "Zu einer modernen Arbeitswelt gehört Lohngleichheit."

Breitbandausbau gefordert

Für die Aussteller betonte Friedhelm Loh, der Vorsitzende des Ausstellerbeirats: "Deutschland ist attraktiv für Ausländer, um zu erfahren, was wir in den letzten Monaten beim Thema Industrie 4.0 geleistet haben." Er warnte aber vor einem Rückschlag und mahnte die Bundesregierung zu einem zügigen Breitbandausbau: "Die Netzstrukturen in Deutschland sind viel zu langsam - hier muss die Bundesregierung viel mehr tun." Andernfalls würde die Industrie 4.0 ausgebremst, so Loh, der das Partnerland Indien angesichts der angekündigten Reformen als deutlich attraktiver werdenden Investitionsstandort beschrieb.

Die Messe habe die positive Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau widergespiegelt. Auch angesichts der vielen Neuheiten - 66 Prozent der Aussteller zeigten Innovationen oder Weiterentwicklungen - sei klar: "Industrie 4.0 ist keine Vision mehr, sondern wird Realität."

Deutschland brauche mehr denn je eine Schaufenster-Funktion für die Welt. Positiv wertete Loh die starke Politiker-Präsenz auf der Messe: "Die Politik wendet sich der Industrie mehr zu."

Politische Impulse

Messe-Vorstand Köckler erklärte, Publikumsmagnete seien diesmal neben den Robotern konkrete Beispiele aus der Wertschöpfungskette für die Fabrik der Zukunft gewesen, bei der sich Maschinen und Werkstücke untereinander austauschen. Die Messe habe die Zeitenwende in der Industrie abgebildet und auch zahlreiche politische Impulse gegeben.

Das größte ausländische Besucherkontingent stellte China vor dem Partnerland Indien sowie den Niederlanden, Frankreich, Italien, Polen, Österreich und der Schweiz. Bei der kommenden Hannover Messe (25. bis 29. April 2016) werden die USA Partnerland sein, die beim Leitthema der vernetzten Produktion zu den Schwergewichten zählen. (APA, 17.4.2015)

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