Kaufmann-Bruckberger könnte "wilde" Abgeordnete werden

17. April 2015, 16:48
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Debatte über Nachfolge im Landtagsklub

St. Pölten – Der mehr oder weniger erzwungene Rücktritt der niederösterreichischen Landesrätin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger wird nun einiges Gerangel in ihrem Landtagsklub Frank auslösen. Wer dort die Nachfolge übernimmt oder ob jemand von außen geholt wird, ist noch völlig offen.

"Das wird sich nächste Woche entscheiden, erste Gespräche werden wir am Wochenende führen. Ich bin auf alle Fälle dafür, dass es jemand aus dem Klub wird", sagt Herbert Machacek, Abgeordneter des Teams Niederösterreich, im STANDARD-Gespräch. Nicht ausgeschlossen sei auch eine "Nachfolge von außen".

Vorschlagsrecht bei Landtagsklub

Vorschlagsrecht hat jedenfalls der Landtagsklub Frank. Was im Detail einigen Konfliktstoff beinhaltet. Denn die Liste Frank ist bei der Landtagswahl 2013 als niederösterreichischer Ableger des Teams Stronach angetreten. Von den fünf Abgeordneten haben sich in der Folge aber drei als Team Niederösterreich abgespalten.

Den gemeinsamen Klub Frank werde es nach der "Versteinerungstheorie" aber bis zum Ende der Legislaturperiode geben, sagt Landtagspräsident Hans Penz. Der Vorschlag für die Nachfolge von Kaufmann-Bruckberger müsse also aus dem gemeinsamen Klub kommen, "auf wen immer die sich auch einigen".

Kaufmann-Bruckberger will Abgeordnete bleiben

Kaufmann-Bruckberger, der ihre Rolle als Haiders "Geldbotin" in der Kärntner Seenkauf-Affäre zum Verhängnis wurde, will nach Aussagen ihres Anwalts zumindest noch als Landtagsabgeordnete weitermachen. In ihrem Klub will man sie aber nicht mehr zurückhaben.

"Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie eine wilde Abgeordnete wird, denn es ist denkbar, dass sie auch vom Klub ausgeschlossen wird", heißt es aus dem Klub. Seit ihrem Rücktritt stehen die Zeichen im Klub Frank jedenfalls auf Versöhnung und Reunion. "Die Situation bietet sicher die Chance, wieder Harmonie in den Klub zu bringen", sagt Team-Stronach-Abgeordneter Walter Laki. (Walter Müller, DER STANDARD, 18.4.2015)

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