Schweizer Abzockerinitiative hinterlässt Spuren

17. April 2015, 13:06
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Nestle-Präsident Peter Brabeck-Letmathe steht 2014 mit seinem Verwaltungsratshonorar an der Schweizer Spitze, vor UBS-Chef Weber

Bern - Vor zwei Jahren sagt das Schweizer Volk deutlich Ja zur Abzocker-Initiative. Kein einziger Kanton stimmte im Frühling 2013 dagegen. Der Inhalt: Exzesse bei Bonus-Zahlungen, Abfindungen und Gehältern für Manager börsennotierter Unternehmen sollte durch die Stärkung der Aktionärsrechte unterbunden werden.

Die deutliche Annahme der Initiative ist an den Verwaltungsratshonoraren nicht spurlos vorübergegangen. Konzerne mit den höchsten Vergütungen kürzten diese, oder beließen sie 2014 auf Vorjahresniveau.

Der größte Abräumer unter den Verwaltungsräten der Schweizer Konzerne ist 2014 Nestle-Präsident Peter Brabeck-Letmathe gewesen. Das Honorar des gebürtigen Österreichers liegt mit 6,3 Mio. Franken (6,1 Mio. Euro) aber deutlich unter dem Vorjahres-Höchstwert von 8,7 Mio. Franken des damaligen Roche-Präsidenten Franz Humer und rund neun Prozent unter seinem eigenem im Jahr davor.

Auf dem zweiten Platz der Spitzenverdiener unter den Verwaltungsratspräsidenten steht 2014 Axel Weber, Präsident der Großbank UBS. Er erhielt im vergangenen Jahr 5,9 Mio. Franken Honorar. Mit Nayla Hayek, Präsidentin des Uhrenkonzerns Swatch, sitzt nicht nur die einzige Frau auf einem Chefsessel unter den 30 SLI-Unternehmen. Hayek nimmt auch noch Platz 3 der Honorar-Rangliste ein.

Im Durchschnitt bezogen die Verwaltungsratspräsidenten der größten Schweizer Firmen (SLI) für ihre Arbeit 2,1 Mio. Franken. Von den 27 SLI-Konzernen mit am Freitag vorliegenden Angaben senkten elf die Vergütungen im Vergleich zum Vorjahr. Bei 14 Firmen waren die Bezüge höher und bei zwei (Schindler, ABB) blieben sie unverändert. (APA/red, derStandard.at, 17.4.2015)

  • Der größte Abräumer unter den Verwaltungsräten der Schweizer Konzerne ist 2014 Nestle-Präsident Peter Brabeck-Letmathe, aber auch sein Gehalt ist geschrumpft.
    foto: reuters/albouy

    Der größte Abräumer unter den Verwaltungsräten der Schweizer Konzerne ist 2014 Nestle-Präsident Peter Brabeck-Letmathe, aber auch sein Gehalt ist geschrumpft.

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