Schiebel-Drohne soll erneut Flüchtlinge im Mittelmeer aufspüren

17. April 2015, 10:43
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Unbemannter Camcopter "S-100" ab Mai auf Schiff von Hilfsorganisation im Einsatz

Valletta/Wiener Neustadt - Der Camcopter "S-100" der österreichischen Firma Schiebel wird ab Mai erneut die Hilfsorganisation Migrant Offshore Aid Station (MOAS) unterstützen, um Flüchtlinge in Seenot zu retten. MOAS, eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Malta, verfügt mit der "Phoenix" über ein 40 Meter langes Schiff im Mittelmeer, auf dem der unbemannte Hubschrauber eingesetzt werden wird.

Mit dem "S-100" könnten Flüchtlingsboote "bei Tag und bei Nacht, selbst bei starkem Seegang und in großer Entfernung, ausgemacht werden", berichtete Schiebel am Freitag in einer Aussendung. Die Kamera des von Schiebel-Mitarbeitern gelenkten unbemannten Hubschraubers liefere Tageslicht- und Infrarotaufnahmen in Echtzeit an das Team von MOAS. Auf Nachfrage hieß es von Schiebel, dass der Einsatz von der Stiftung bezahlt werde. "Wir sind ihnen mit dem Preis entgegengekommen", sagte eine Sprecherin.

Schiebel-Drohne bereits 2014 im Mittelmeer-Einsatz

Bereits im vergangenen Spätsommer und Herbst war die Schiebel-Drohne für die Organisation, die von einem in Malta lebenden italienisch-amerikanischen Unternehmerehepaar gegründet worden war, im Einsatz. Der Aussendung zufolge hat MOAS im vergangenen Jahr innerhalb von nur 60 Tagen 2.800 Flüchtlinge gerettet. An der im Mai startenden aktuellen Mission beteiligen sich demnach erstmals auch "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) mit medizinischem Personal.

Schiebel wurde 1951 gegründet, konzentrierte sich ab Mitte der 1980er Jahre auf die Entwicklung und Produktion von hochtechnologischen Minensuchgeräten und etwa ein Jahrzehnt später von unbemannten Helikoptern. Die Unternehmensgruppe hat ihren Hauptsitz in Wien, betreibt Produktionsstätten in Wiener Neustadt und Abu Dhabi und unterhält derzeit Büros in Washington und Phnom Penh.

Wegen des Einsatzes von Schiebel-Drohnen in Kriegs- und Krisengebieten weltweit hat es öfters auch Kritik an dem Unternehmen gegeben. Obwohl die Firma die zivile Nutzung der Geräte in den Vordergrund stellt, wird der Camcopter "S-100" auf ihrer Homepage (www.schiebel.net) auch für militärische Einsätze empfohlen. Zugleich betont die Firma, dass die Drohne nicht als Waffenträger genutzt werden könne. (APA, 17.4.2015)

  • Der Camcopter "S-100" wird im Mittelmeer wieder zum Einsatz kommen.
    foto: moas

    Der Camcopter "S-100" wird im Mittelmeer wieder zum Einsatz kommen.

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