Zahlreiche Delikte verübt: Zwei Jugendbanden in Wien ausgeforscht

17. April 2015, 14:16
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Mitglieder der "Goldenbergs" prahlten auf Facebook mit Waffen – Schaden in Höhe von 50.000 Euro – Polizei wirft Verdächtigen unter anderem Raub und Erpressung vor

Wien – Eine Sondereinheit der Polizei deckte kriminelle Machenschaften zweier Jugendbanden aus dem zehnten Bezirk auf, deren Fäden bei einer Person beziehungsweise in der Gruppe der "Goldenbergs" zusammenliefen. Das wurde am Freitag bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Der 20-jährige Magamet M. alias Max Goldenberg, wie er sich auf Facebook nannte (sein Profil ist mittlerweile offline), ist der mutmaßliche Drahtzieher hinter Delikten, die von schwerem Raub, schwerer Körperverletzung und Erpressung über Kreditkartenbetrug bis hin zu Verstößen nach dem Suchtmittelgesetz reichen. Insgesamt 33 Personen zwischen 14 und 21 Jahren wurden für 106 Vergehen angezeigt. Die Polizei geht von einem angerichteten Schaden in Höhe von 50.000 Euro aus.

Auf Facebook geprahlt

Die Sondereinheit hatte sich seit Beginn 2014 mit dem grundsätzlichen Anstieg des Straßenraubs in Wien beschäftigt, besonders aufgefallen waren dabei das jugendliche Alter der Täter und ihre vorwiegend russische Herkunft. Dann stieß man auf die Gruppe der Goldenbergs mit circa 150 Mitgliedern. "Die reine Zugehörigkeit zur Gruppe ist ja nicht strafbar", sagte Oberstleutnant Robert Klug am Freitag bei einer Pressekonferenz. Die Facebook-Gruppe ist offen und frei zugänglich. Der innere Kern allerdings konnte nach dem Überfall auf eine Supermarkt-Filiale in Simmering Anfang des Jahres, bei der fünf Jugendliche aus Österreich, Polen und Russland verhaftet wurden, ausgeforscht und angezeigt werden. Von diesen 16 Personen befinden sich noch zehn in Untersuchungshaft. Teilweise hatten sie mit Messern und Softguns auf Facebook posiert und mit den Raubzügen geprahlt.

Zweite Gruppe machte weiter

Seitdem wurde noch eine zweite Gruppe von straffälligen Jugendlichen ausgeforscht. Diese bewegten sich zwar auch im Umkreis der Goldenbergs, gehörten aber nicht direkt zu ihnen.

In welchem finanziellen Ausmaß der Schaden sei, beantwortete Klug mit: "Sie wurden nicht so reich wie Mark Zuckerberg." Der Schaden durch die erste Gruppe, die Goldenbergs, belaufe sich auf ungefähr 20.000 Euro, der durch die zweite Gruppe auf rund 30.000.

Aufnahmerituale für Gruppenmitgliedschaft

Die Herkunft des Namens sei reine Spekulation, laut Klug könnte ein sonniger Berg in Russland gemeint sein, oder es handle sich um eine Anspielung auf Mark Zuckerberg, den Gründer von Facebook. Laut Polizei gab es für den engsten Kreis Aufnahmerituale, in denen man vor allem seine Kraft beweisen musste.

Auf die Frage, ob die Verhafteten geständig seien, antwortete Klug: "Max Goldenberg zeigt sich nicht kooperativ, die anderen teilweise." Angezeigt wurden Jugendliche im Alter zwischen 14 und 21 Jahren. (jos, derStandard.at, 17.4.2015)

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