Indonesien will zehn Drogenschmuggler vor Ende April hinrichten

17. April 2015, 09:05
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Trotz internationaler Proteste - Indonesien hat sich jede Einmischung in Justizangelegenheiten verbeten

Jakarta – Trotz internationaler Proteste will Indonesiens Justiz noch in diesem Monat neun Ausländer und einen Indonesier hinrichten. Sie wurde wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilt. "Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt, werden die Hinrichtungen der zehn in diesem Monat passieren, nach der Asien-Afrika-Konferenz", sagte Tony Spontana, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Freitag. Die Konferenz dauert bis 23. April.

Unter den Todeskandidaten sind drei Nigerianer, zwei Australier und je ein Franzose, ein Philippiner, ein Brasilianer und ein Ghanaer. Die australische Regierung versucht seit Wochen, die Hinrichtung ihrer Landleute zu verhindern. Myuran Sukumaran (33) und Andrew Chan (31) seien völlig geläutert und verdienten eine Chance, argumentiert sie. Mit gerichtlichen Eingaben haben sie die Hinrichtung mehrfach hinausgezögert. Nach Angaben von Spontana haben die Australier aber alle juristischen Möglichkeiten ausgeschöpft. Indonesien hat sich jede Einmischung in Justizangelegenheiten verbeten.

Indonesien protestierte selbst gegen Hinrichtung

Am Donnerstag hatte die indonesische Regierung selbst gegen die Hinrichtung einer Indonesierin in Saudi-Arabien protestiert und den Botschafter vorgeladen. Dort war Anfang der Woche schon eine Indonesierin hingerichtet worden. Beide arbeiteten wie Zehntausende Indonesierinnen dort als Hausangestellte. Der Protest richtete sich nicht gegen die Vollstreckung des Urteils an sich, sondern gegen die Verletzung diplomatischer Gepflogenheiten. Indonesien sei von der bevorstehenden Hinrichtung nicht informiert worden, monierte das Außenministerium.

Während die Todesstrafe in Indonesien selbst nicht umstritten ist, kritisieren Indonesier, die Regierung setze sich nicht genügend für zum Tode verurteilte Indonesier im Ausland ein. Betroffen sind nach Angaben der Hilfsorganisation Migrant Care 279 Menschen, davon 212 in Malaysia. Die Regierung entgegnet, sie habe in 200 weiteren Fällen seit 2011 erreicht, dass Todesurteile in Haftstrafen umgewandelt worden seien. Die beiden Indonesierinnen waren wegen Mordes verurteilt worden. Eine soll die Tat gestanden haben, die andere war nach Angaben von Menschenrechtlern psychisch krank. (APA, 17.4.2015)

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